Der Afrika-Cup stellt viele Bundesliga-Teams vor Probleme, so auch Bayer 04 Leverkusen. Mit Odilon Kossounou (Elfenbeinküste) und Edmond Tapsoba (Burkina Faso) werden der Werkself gleich zwei Säulen aus der Defensive fehlen. Möglicherweise sogar bis zum 11. Februar, wenn das Finale des Turniers ausgetragen wird.
Im Kampf darum, die Tabellenführung gegen den FC Bayern München zu verteidigen, könnte somit ausgerechnet eine Leihgabe des Rekordmeisters zum entscheidenden Faktor werden.
Josip Stanisic ist neben Jonathan Tah und Piero Hincapié der einzige Verteidiger mit Profi-Erfahrung im Kader von Cheftrainer Xabi Alonso und kann sowohl in der Innenverteidigung, als auch auf der rechten Position auflaufen.
Stanisic hinter Kossounou nur zweite Wahl
In der Europa League, sowie im DFB-Pokal gehört Stanisic bereits zum Stammpersonal, während er in der Liga erst zwei Startelfeinsätze verbuchen konnte.
„Es könnte besser laufen. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass alles perfekt ist. Aber ich bin hier, um der Mannschaft zu helfen“, ordnete der 23-Jährige seine Situation Anfang Dezember ein.
Aufgrund des dünn besetzten Kaders und der vielen Verletzungen beim FC Bayern hätte Stanisic vermutlich sogar mehr Spielzeit bei seinem ursprünglichen Arbeitgeber bekommen. Eine Anfrage der Münchner, die Leihe vorzeitig zu beenden soll Bayer nach SPORT1-Informationen im Hinblick auf den Afrika-Cup bereits vor einigen Monaten abgelehnt haben.
Jetzt wird der Kroate aller Voraussicht nach die Chance erhalten sich zu beweisen – er tritt jedoch in große Fußstapfen: Zwölf Gegentore ließ die eingespielte Dreierkette um Tapsoba, Tah und Kossounou zu und stellt damit die sicherste Hinterreihe der Bundesliga.
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Gerade Kossounou ist dabei auch von zentraler Bedeutung für das Offensivspiel des Herbstmeisters. Immer wieder dribbelt der Ivorer aus der halbrechten Innenverteidigung an, glänzt mit Tempo, Passspiel und Technik.
Stanisic muss zeigen, dass er da ist
Zwar liegen die Stärken von Stanisic vorwiegend in der Defensive, Sportdirektor Simon Rolfes traut ihm dennoch zu, Kossounou zu ersetzen.
„Josip kann diese Rolle sehr gut ausfüllen. Gegen Bochum hat er es gut gemacht, war auch davor an Toren beteiligt und hat sich offensiv eingebracht“, lobt Rolfes im Gespräch mit dem kicker und fordert: „Wenn ein Spieler seinen Status verändern will, muss er mit guten Leistungen zeigen, dass er da ist.“
Der Auftritt beim 4:0-Erfolg könnte ein Vorgeschmack auf die kommenden Wochen gewesen sein. Beim Jahresabschluss verzichtete Alonso bereits auf sämtliche Spieler, die ihm während des Afrika-Cups nicht zur Verfügung stehen werden.
Fest steht: Stanisic muss eine mögliche Chance in der Startelf nutzen, um auch langfristig als eine Alternative für die erste Mannschaft zu gelten und vielleicht sogar dem Schatten von Kossounou zu entweichen.
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Neuzugang oder Alternativlösung sind nicht ausgeschlossen
Überzeugt er nicht, droht erneut die Bank. Eine Alternative könnte ein System mit Robert Andrich als zentraler Innenverteidiger sein, bei dem Jonathan Tah auf die vakante rechte Seite rutscht.
Ebenso wenig ausgeschlossen scheint, dass im geöffneten Transferfenster eine weitere Alternative die Mannschaft verstärken wird.
Ein Neuzugang könnte einerseits zusätzliche Tiefe im Kader bereitstellen, um die Abwesenheit der zwei Stammspieler aufzufangen. Anderseits birgt ein Länderspiel-Turnier innerhalb der Saison auch stets ein gewisses Verletzungsrisiko.
„Grundsätzlich haben wir einen breiten Kader und viel Qualität. Natürlich sorgt der Afrika-Cup für eine besondere Situation. Deswegen halten wir die Augen auch offen. Aber es kann auch sein, dass nichts passiert“, erklärte Rolfes bei Sky.
„Deswegen gehe ich natürlich zurück zu Bayern“
Nach der Saison wird Stanisic erstmal zurück zum FC Bayern kehren, da man keine Option in den Leihvertrag integrierte und der Kroate noch bis 2026 an den amtierenden Meister gebunden ist.
Ob der Verteidiger in Zukunft tatsächlich für Bayern aufläuft, langfristig in Leverkusen anheuert oder doch einen gänzlich neuen Verein suchen muss, wird sich vermutlich in den nächsten Wochen entscheiden.
„Ich bin ja für dieses Jahr ohne Option verliehen worden. Deswegen gehe ich natürlich zurück zu Bayern. Aber man weiß ja nie, was dann im Sommer passiert“, sagte der kroatische Nationalspieler kürzlich in einem Interview mit web.de.