Einst mutierte er zum Bayern-Schreck, jetzt wechselt er zu einem echten Fußball-Exoten. David Luiz wird sein Geld zukünftig auf Zypern beim FC Pafos verdienen.

Wie der Verein am Sonntag mitteilte, unterschreibt der ehemalige Weltklasse-Innenverteidiger auf Zypern für gleich zwei Spielzeiten – im Alter von 38 Jahren.

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Der amtierende zypriotische Meister bezeichnet den Transfer selbst als echten Coup und schreibt auf X: „Ein historischer Tag für unseren Verein. Eine neue Ära beginnt.“

Der Transfer dürfte nach der ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte in der vergangenen Saison, eines der ganz großen Highlights der Vereinsgeschichte sein. David Luiz zählte schließlich in seiner Blüte zu den besten Verteidigern der Welt.

Luiz schlug Bayern im Finale dahoam

Wie gut Luiz war, davon kann speziell der FC Bayern leidvoll berichten. Der Brasilianer war als Spieler des FC Chelsea mitverantwortlich für eine der bittersten Stunden der Münchner Vereinsgeschichte.

Beim 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen im Jahr 2012 stand Luiz die gesamten 120 Minuten für Chelsea auf dem Feld. Im Elfmeterschießen trat er an und verwandelte beim Stand von 0:2 seinen Elfmeter souverän zum wichtigen Anschluss.

Sein extrem langer Anlauf, sein Schuss in den Winkel und der anschließende leicht provokative Jubel in Richtung der Bayern Fans werden diesen wohl für immer im Gedächtnis bleiben.

David Luiz verwandelte im CL-Finale seinen Elfmeter
David Luiz verwandelte im CL-Finale seinen ElfmeterDavid Luiz verwandelte im CL-Finale seinen Elfmeter

Ebenso wie seine Ankündigung vor dem Ausgleichstreffer mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit durch Didier Drogba. Kurz vor der Ausführung der Ecke flüsterte er Bastian Schweinsteiger ins Ohr: „And now goal“ (Und jetzt Tor). Es folgte das 1:1 und anschließend der Titelgewinn.

Luiz wird in Europa zum Titel-Hamster

Der Sieg in der Champions League war aber nicht das einzige Highlight in seiner äußerst erfolgreichen Karriere in Europa.

Luiz, der neben seinen Top-Leistungen auch durch seine markante Lockenfrisur auffiel, gewann in Europa satte 20 Titel. Darunter unter anderem zweimal die Europa League (mit Chelsea), zweimal die französische Meisterschaft (mit Paris Saint-Germain), dreimal den FA Cup (zweimal mit Chelsea, einmal mit Arsenal) und einmal die portugiesische Meisterschaft (mit Benfica).

Hinzu kam eine Auszeichnung als Fußballer des Jahres in Portugal (2010). Insgesamt ließen sich Chelsea, Paris, wieder Chelsea und Arsenal die Dienste des Innenverteidigers satte 118 Millionen Euro Ablöse kosten.

Und auch mit der Nationalmannschaft konnte er Erfolge feiern. Insgesamt lief er 57-mal für Brasilien auf und gewann 2013 den Confederations Cup im eigenen Land.

Bittere Tränen nach Debakel gegen Deutschland

Nur ein Jahr später erlebte Luiz dann wohl seinen bittersten Moment im Fußball. Bei der Heim-WM kam er in allen sieben Spielen zum Einsatz, auch beim Halbfinal-Aus gegen Deutschland.

Bei der legendären 1:7-Klatsche spielte er 90 Minuten und führte sein Team sogar als Kapitän aufs Feld.

David Luiz vergoss nach der 1:7-Klatsche gegen Deutschland bittere Tränen
David Luiz vergoss nach der 1:7-Klatsche gegen Deutschland bittere TränenDavid Luiz vergoss nach der 1:7-Klatsche gegen Deutschland bittere Tränen

Nach dem Spiel gingen seine Tränen um die Welt. Luiz fühlte sich für die Klatsche verantwortlich, beim Verlassen des Stadions entschuldigte er sich emotional bei den geschockten Fans.

Luiz gewann auch die Copa Libertadores

Luiz erlebte aber nicht nur traurige Fußball-Momente in seiner Heimat Brasilien. Nachdem er 2021 aus Europa zurückgekehrt war, hamsterte er auch in Brasilien zahlreiche Titel ein.

Mit Flamengo gewann er zweimal den brasilianischen Pokal, einmal die Campeao Carioca und als absolutes Highlight 2022 die Copa Libertadores.

Nach vier Jahren beim brasilianischen Top-Klub Flamengo zog es ihn im Januar zum kleineren Verein Fortaleza, mit dem er lediglich 18. in der ersten brasilianischen Liga wurde.

Nun, ein halbes Jahr später, zieht Luiz schon wieder weiter und kehrt überraschend nach Europa zurück. Ob er beim FC Pafos im hohen Fußballeralter noch das Zeug zum echten Leistungsträger hat oder in erster Linie aufgrund seines großen Namens verpflichtet wurde, wird sich zeigen.

Für Schlagzeilen sorgte der Transfer des einstigen Bayern-Schrecks allemal.