Vor dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in der Gruppe H zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina (ab 20:45 Uhr im LIVETICKER) gibt es Zoff. Hintergrund ist die Personalie Emir Karic. Der Linksverteidiger von Sturm Graz hatte im Juniorenbereich Einsätze für Österreich bestritten, sich dann aber für einen Wechsel zum bosnischen Verband entschieden.
Ob Karic am Dienstagabend spielen darf, ist aber weiterhin unklar. Die entsprechenden Dokumente aus Österreich zur Spielgenehmigung waren am Montag noch nicht eingetroffen – sehr zum Ärger der Bosnier. „Der ÖFB hat klar kommuniziert, dass er die notwendigen Dokumente nicht herausgeben will“, sagte Nationaltrainer Sergej Barbarez. „Das wird nun auf Druck der FIFA passieren.“
„Das ist kein Fairplay. Ich finde das nicht sehr respektvoll, das ist keine feine Art. Es geht um einen Jungen, der nie A-Teamspieler war“, kritisierte Barbarez den kommenden Gegner weiter und fügte hinzu: „Ich fürchte, der ÖFB wird erst eine Minute vor Mitternacht damit rausrücken.“ Karic besitzt neben dem österreichischen auch den bosnischen Pass. Nun steht der 28-Jährige erstmals im Aufgebot Bosniens.
Barbarez: „Ich genieße den Moment“
Die Mannschaft von Barbarez steht in Wien unter Zugzwang. Nur mit einem Sieg kann Bosnien-Herzegowina die zweite WM-Teilnahme als eigenständiges Land nach 2014 fixieren. Österreich führt die Tabelle mit 18 Punkten an, die Verfolger lauern mit 16 Zählern dahinter.
Barbarez hätte „zu Beginn der Qualifikation davon geträumt, dass wir am letzten Spieltag in Wien genau diese Chance haben werden“, sagte er. „Ich genieße den Moment und sehe, wie meine Jungs mit Stolz und Charakter mit dieser Situation umgehen.“