Seit Markus Krösche im Sommer 2021 bei Eintracht Frankfurt als Sportvorstand die Verantwortung übernommen hat, hat der Traditionsverein eine beachtliche Entwicklung hingelegt: Von einem Team im Tabellenmittelfeld wurden die Hessen zu einem regelmäßigen Anwärter auf die internationalen Plätze.

Neben dem Europa-League-Triumph 2022 und der zweimaligen Qualifikation für die Champions League erntete Krösche vor allem für seine Transferstrategie viel Lob: Der 45-Jährige holte viele Spieler für vergleichsweise kleines Geld – und verkaufte sie später mit deutlichem Gewinn weiter.

Markus Krösche ist seit 2021 Sportvorstand von Eintracht Frankfurt
Markus Krösche ist seit 2021 Sportvorstand von Eintracht FrankfurtMarkus Krösche ist seit 2021 Sportvorstand von Eintracht Frankfurt

Umso brisanter ist vor diesem Hintergrund ein Bericht der Sport Bild, wonach es „plötzlich offener denn je“ sein soll, ob Krösche seinen bis 2028 laufenden Vertrag bei der SGE erfüllt. Als Grund wird die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Zwängen und steigenden sportlichen Erwartungen im Klub aufgeführt.

Frankfurt braucht Transfererlöse – und will oben mitspielen

Denn obwohl Frankfurt durch den Verkauf von Hugo Ekitiké im Sommer an den FC Liverpool eine erhebliche Summe kassiert hatte, machte der Verein acht Millionen Euro Verlust. Auch in diesem Jahr wird dem Bericht zufolge bei den Hessen ein Verlust erwartet. Daher müsse Krösche in jedem Sommer einen Transferüberschuss von mindestens 30 Millionen Euro erwirtschaften.

Seine Zukunftsentscheidung soll der Sportvorstand demnach von der strategischen Ausrichtung des Klubs abhängig machen, nicht vom sportlichen Abschneiden in dieser Saison.

Nach SPORT1-Informationen sind die genannten Zweifel, ob Krösche seinen Vertrag erfüllt, allerdings schon länger bekannt. Korrekt ist, dass Krösche bei seiner Entscheidungsfindung die künftige Ausrichtung des Vereins einbezieht.

Dann wäre Krösche zum Abgang bereit

Eine bedeutende Rolle spielt aber auch, welche Angebote und Perspektiven sich ihm andernorts eröffnen. Bei einer spannenden, neuen und „noch größeren Herausforderung“ wäre Krösche durchaus bereit, zu gehen.

Dass – wie die Sport Bild weiter berichtet – die Aussagen von Axel Hellmann auf der Mitgliederversammlung im Januar Krösche nicht gefallen haben sollen, liegt auf der Hand. Der Vorstandssprecher hatte indirekt den Kaderplaner kritisiert: „Wir haben an der einen oder anderen Stelle und Position den Kader falsch eingeschätzt und wir müssen feststellen: Die eine oder andere Personalie hat schlichtweg nicht funktioniert.“

SPORT1 weiß aber auch: Das Tischtuch zwischen Krösche und Hellmann ist keinesfalls zerschnitten. Beide pflegen nach wie vor ein harmonisches Verhältnis und arbeiten weiterhin professionell zusammen.

Nach einem Negativlauf hatte sich die Eintracht Mitte Januar 2026 von Trainer Dino Toppmöller getrennt. Mit Nachfolger Albert Riera fiel Krösches Wahl auf ein in Deutschland unbeschriebenes Blatt. Der Spanier konnte das Team in der Folge aber bereits stabilisieren, auch wenn es zuletzt nur ein 0:0 bei Kellerkind St. Pauli gab.