Von Matthias Regge
SPORT1:Magst du dich, und deine Rolle bei Wizards of the Coast, kurz vorstellen?
Ich bin Aaron Forsythe, Vice President of Design für Magic: The Gathering. Ich habe die Ehre, der Schirmherr über alles zu sein, was das Design neuer Magic-Karten angeht. Dann und wann packe ich auch selbst mit an. Zum Beispiel war ich der Lead Set Designer für Modern Horizons II.
SPORT1:Zieht ihr die digitalen Möglichkeiten für Spielmechaniken, die euch Magic Arena bietet, in Erwägung, wenn ihr neue Karten kreiert?
In den meisten Fällen ja. Besonders wenn das Set sowohl für Arena und Paper existiert – was für die meisten Sets gilt. Wir müssen darauf achten, dass Spieler ungeachtet ihrer Plattform ein tolles Spielerlebnis haben. Aber mit einem Set wie Modern Horizones II, welches nicht auf Arena erscheinen wird, können wir Karten designen, die sich auf Arena aus irgendwelchen Gründen nicht gut spielen würden. Wir geben uns Mühe ein Set für den Bereich maßzuschneidern, in dem es gespielt wird.
SPORT1: Wie hat die Corona-Pandemie Turnier-Magic beeinflusst?
Es hat uns dazu gezwungen alle unsere Pläne auf Eis zu legen. Nicht nur was Turniere angeht – für jegliche Art in der Magic gespielt wird. Wir haben den Fokus mehr auf Online gelegt und Magic: The Gathering Arena war dafür ein Segen. Wir haben kürzlich über unsere kommenden Pläne für Organized Play gesprochen. Wenn Spieler sich dafür interessieren, können sie am besten das entsprechende Video schauen, oder den dazugehörigen Artikel lesen.
SPORT1: Was war bisher dein liebstes Set oder deine liebste Design-Entscheidung?
Ich habe immer noch eine Schwachstelle für das Magic 2010 Core Set, da ich glaube, es hat das gesamte Design-Team noch mehr dabei geholfen die Spielwelt durch die Karten auszudrücken und ihnen stimmige und interessante Mechaniken zu verpassen. Darauf bin ich sehr stolz. Wenn es ums Spielen geht – in diesem Fall gefällt mir das Set Time Spiral am besten. Das ist mein „Guilty Pleasure“.
SPORT1:Als erfahrener Magic: The Gathering-Turnierspieler – was separiert Magic von anderen wettbewerblichen Spielen?
Die Kombination aus Varianz und Können ist wirklich berauschend. Du solltest einen Game-Plan haben, aber musst dabei flexibel genug sein, um dich darauf einzustellen was du und dein Gegner für Karten ziehen. Zusätzlich bieten wir eine so große Reichweite an unterschiedlichen Spielformaten: Von Draft bis Vintage. Das sorgt dafür, dass sich das Spiel immer frisch anfühlt und dennoch drei Jahrzehnte an Gameplay repräsentieren kann. Es gibt einfach etwas für jeden..
SPORT1: Von all diesen Spielformaten hat Modern stetig an Beliebtheit zugenommen. Wo siehst du den großen Reiz des Formats?
Die Kombination daraus, dass keine Karten aus dem Format heraus rotieren – du könntest ein Deck bauen und es jahrelang spielen – und der Tatsache, dass wir immer wieder wichtige Karten nachdrucken, um den Einstieg zu erleichtern. Außerdem gibt es eine Vielzahl von spielstarken Strategien, aus denen man wählen kann.
SPORT1: Wie haben Produkte wie Modern Masters dabei geholfen Turnier-relevante Karten besser verfügbar zu machen?
Enorm. Spieler erwarten von uns, dass wir regelmäßig Master-Sets veröffentlichen, die gleichzeitig großartiges Draft-Gameplay bieten, aber auch dringend benötigte Reprints von Karten beinhalten, die für Formate wie Modern und Commander benötigt werden.
(Teil 2 des großen Interviews findet ihr hier.)