Die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner befürwortet laut aktuellen Daten eine Bewerbung der Hauptstadt um Olympische und Paralympische Spiele. Das geht aus der zweiten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts dimap im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hervor. Zwar wuchs das Lager der Olympia-Gegner, doch insgesamt 56 Prozent der Befragten befürworten weiterhin eine Austragung der Spiele in Berlin.
Kaweh Niroomand, Olympiabeauftragter des Landes Berlin, sprach von einem „starken Ergebnis“. Es zeige, „dass die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner die Chancen einer Olympiabewerbung erkennt. Besonders freut mich, dass die Unterstützung parteiübergreifend hoch ist.“
Bei der ersten Befragung im März hatten sich noch 60 Prozent positiv zur Bewerbung geäußert. Unverändert antworteten diesmal erneut 38 Prozent der Menschen mit „Ja“, weitere 18 Prozent (22 bei der ersten Umfrage) mit „eher Ja“. 25 Prozent beantworteten eine Befürwortung mit „Nein“ (plus sieben Prozent), 13 Prozent (minus drei) mit „eher nein“. Für die Erhebung wurden vom 26. bis 30. Mai insgesamt 1205 Berlinerinnen und Berliner befragt.
Das Umfrageergebnis soll für Rückenwind bei den Olympia-Machern sorgen. Nach der verlorenen Bürgerbefragung in Hamburg gibt es mit Berlin, München und Köln/Rhein-Ruhr noch drei potenzielle deutsche Bewerber für Olympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Im Gegensatz zu Hamburg hatten Münchens Bürgerinnen und Bürger wie auch in Nordrhein-Westfalen mit einem klaren „Ja“ votiert, in Berlin wurden die Menschen nicht gefragt.
Bis Donnerstag müssen die Konzepte der drei Kampagnen nun digital beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht werden. Auf der Mitgliederversammlung des Dachverbands am 26. September wird schließlich der nationale Vertreter gekürt, der beim IOC ins internationale Rennen geht.