Aufstiegstraum geplatzt: Hannover 96 hat im finalen Showdown der 2. Bundesliga folgenschwer gepatzt und muss weiter auf die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga warten. Durch das 3:3 (2:1) gegen den 1. FC Nürnberg rutschten die Niedersachsen vom Relegationsrang noch auf den undankbaren vierten Tabellenplatz ab.
„Ich bin total leer. Wir haben uns heute etwas ganz anderes vorgestellt. Jetzt ist unser Traum vom Aufstieg geplatzt, das tut richtig, richtig weh“, sagte Kapitän Enzo Leopold bei Sky, der wie viele andere Tränen der Enttäuschung vergoss. Auch Trainer Christian Titz meinte: „Das wird eine Zeit dauern.“
Bis zuletzt hatte die ganze Stadt sogar auf den direkten Aufstieg gehofft, doch Hannover scheiterte am letzten Spieltag an sich selbst. Der unnötige Patzer gegen die Franken reichte letztlich nicht mal für Rang drei – weil die Konkurrenz ihre Spiele gewann. Kolja Oudenne (30.), Waniss Taibi (45.) und Stefan Teitur Thordarson (51.) sorgten in Hannover für die Treffer des Heimteams, Mohamed Alì Zoma (25./47.) und Luka Lotschoschwili (84.) trafen für den FCN, der die Saison im Tabellenmittelfeld beendet.
2019 waren die 96er, die Anfang der 2010er-Jahre auch in Europa für Furore gesorgt hatten, abgestiegen. Der Anfang einer entbehrungsreichen Zeit im Unterhaus, die auch diesmal nicht endete. 16 Siege waren nach dem Drama am letzten Spieltag im Endeffekt zu wenig für das Team von Christian Titz.
Den besseren Start erwischten vor 49.000 Zuschauern die Gastgeber – Mustapha Bundu ließ etwas überrascht die erste Chance aus (9.), Daisuke Yokota acht Minuten später eine noch bessere. Doch auch der Club zeigte sich eine Woche nach dem 3:0 über Meister Schalke 04 immer wieder gefährlich.
Gegen Mitte der ersten Hälfte übernahm Hannover dann scheinbar die Kontrolle, doch der Treffer fiel auf der Gegenseite. Nürnbergs Topstürmer Zoma profitierte bei seinem 13. Saisontor von einem Fehler Nahuel Nolls im 96-Tor. Das Stadion verfiel jedoch nur für fünf Minuten in Schockstarre, ehe Oudenne nach einem schönen Doppelpass die Hoffnung zurückbrachte.
Etwas später reagierte FCN-Keeper Jan Reichert zum zweiten Mal stark gegen Daisuke Yokota (41.), gegen Taibi war er dann aber machtlos. In der Nachspielzeit nahm Daniel Schlager einen Handelfmeter für 96 nach Ansicht der Videobilder zurück. Nach Wiederanpfiff war es abermals der überragende Zoma, der für Nürnberg per Lupfer zurückschlug – Thordarson konterte umgehend. Doch auch das sollte nicht der Schlusspunkt bleiben.