Es wird ein Spektakel – egal wie das Spiel ausgeht. Dafür wird allein das Debüt der beiden neuen Stars von Real Madrid, Toni Kroos und James Rodriguez, sorgen.
Der Weltmeister und der WM-Torschützenkönig werden im europäischen Supercup zwischen Real Madrid und dem FC Sevilla in Cardiff in der Startelf stehen. Das hat Trainer Carlo Ancelotti bereits versichert.
Real noch nicht in Form
Die Auftritte von Real beim International Champions Cup in den USA gegen Manchester United, Inter Mailand und AS Rom dämpfen die Vorfreude allerdings.
Real Madrid scheint zweieinhalb Monate nach dem Champions-League-Sieg gegen Ortsrivale Atletico noch weit von seiner Topform entfernt zu sein. Besonders Kroos und James hatten noch nicht viel Zeit, sich mit dem Team einzuspielen.
Aber immerhin kann Ancelotti zum ersten Mal auf seine neue Traum-Offensive zurückgreifen: Mit Cristiano Ronaldo, Gareth Bale, Karim Benzema und James. Ronaldo kam beim 1:3 im Test gegen Manchester United bereits zu einem Kurzeinsatz und ist nun bereit für die Startelf.
Für den zweimaligen Weltfußballer Ronaldo wird es der erste Einsatz überhaupt im europäischen Supercup sein. 2008, als sein damaliger Verein Manchester United das Finale gegen Zenit St. Petersburg mit 1:2 verlor, saß der Portugiese verletzt auf der Tribüne.
Spanische Dominanz in Europa
Das Finale 2008 war schon beinahe eine Rarität – denn es war ohne spanische Beteiligung.
In der jüngeren Vergangenheit haben die spanischen Teams die europäischen Klubwettbewerbe klar dominiert. Sechs Siege und insgesamt acht Finalteilnahmen spanischer Teams gab es in den verganenen elf Jahren in der Europa League, bzw. dem Uefa-Cup.
Für den FC Sevilla war der Triumph 2014 gegen Benfica Lissabon sogar schon der dritte Sieg nach 2006 und 2007.
Auch die Champions League gewannen spanische Mannschaften – sprich Real Madrid und der FC Barcelona – bereits sechsmal in diesem Jahrtausend.
Dementsprechend groß ist auch die Dominanz im europäischen Supercup. Seit 2002 gewann sechsmal eine spanische Mannschaft das Duell zwischen Champions-League- und Europa-League-Sieger.
Reals langes Warten auf das Finale
Bei Real ist das letzte Endspiel im Supercup schon fast in Vergessenheit geraten. 2002 gewannen die „Königlichen“ 3:1 gegen Feyenoord Rotterdam. Damals spielten noch Luis Figo, Zinedine Zidane und Raul für die „Königlichen“.
Nun steht eine neue Generation bei Real bereit. Allen voran Toni Kroos und James Rodriguez. (DIASHOW: Deutsche Stars in Spanien).
Trainer Carlo Ancelotti hält viel von dem deutschen Weltmeister: „Real Madrid braucht diesen Spielertyp für die Zukunft – und auch für die Gegenwart.“
Letztes Finale für „San Iker“?
Iker Casillas, der bereits 2002 im Tor von Real stand, scheint eher ein Spieler der Vergangenheit zu sein. Für „San Iker“ könnte das Finale 2014 sein letztes für Real sein. Zwar hat Ancelotti versichert, dass er dieses Finale bestreiten darf, dennoch deutet viel darauf hin, dass Casillas wie schon in der letzten Saison nur die Nummer zwei hinter Neuzugang Keylor Navas sein wird.
Bereits im Champions-League-Finale und bei den WM-Spielen wirkte der 33-jährige Welt- und Europameister alles andere als sicher.
Aktuell sieht es danach aus, dass er nur dann noch ein Finale für die Madrilenen spielen wird, wenn er – wie im letzten Jahr – in den Pokalwettbewerben zum Einsatz kommt.
Bale freut sich auf seine Heimat
Kaum erwarten kann Gareth Bale seine Rückkehr nach Wales. In Cardiff geboren und nur knapp sieben Kilometer vom Stadion entfernt zur Schule gegangen, ist für den Nationalhelden, der bei der WM nur Zuschauer war, die Partie gegen Sevilla eine emotionale Angelegenheit.
„Ich wusste schon von dem Finale in Cardiff, bevor ich vor einem Jahr nach Madrid kam. Und das hat mich enorm beflügelt, mit Real die Champions League zu gewinnen“, sagt Bale.
Sevilla als selbstbewusster Außenseiter
Real geht als Favorit in das Spiel, Sevilla ist krasser Außenseiter. Doch das waren sie auch 2006 im spanischen Duell. Dennoch schlugen sie den FC Barcelona damals souverän mit 3:0.
Sevilla zeigte sich im Gegensatz zu Real in der Vorbereitung bislang nahezu tadellos – wenngleich die Gegner schwächer waren. Die Mannschaft von Trainer Unai Emery feierte unter anderem klare Siege gegen Fenerbahce Istanbul und Hertha BSC.
Sevillas Präsident Jose Castro gibt sich vor dem Spiel selbstbewusst: „Wir haben vor Niemandem Angst.“
Egal, wie das Spiel ausgeht, die spanische Vorherrschaft bleibt in jedem Fall bestehen.