Stürmer dringend gesucht!
Die vergangene EM hat ein großes Problem in der deutschen Nationalmannschaft schonungslos aufgedeckt: Seit Miroslav Klose gibt es keinen echten Mittelstürmer mehr im DFB-Dress. (NEWS: Alles Wichtige zum DFB-Team)
Nun könnte sich aber ein junger deutscher Goalgetter, der in der Jugend beim FC Bayern München gescheitert war, aufmachen, dieses Problem zu lösen. Sein Name: Karim Adeyemi!
RB Salzburg lässt der 19-Jährige gerade von der dritten Champions-League-Teilnahme in Folge träumen. Im Hinspiel gegen Bröndby Kopenhagen setzte sich Österreichs Serienmeister mit 2:1 durch. Adeyemi erzielte dabei das zwischenzeitliche 1:1 der Mozartstädter.
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Ein Umstand, der auch Bundestrainer Hansi Flick nicht entgangen ist, wie SPORT1 Chefreporter Florian Plettenberg in seinem Podcast “Meine Bayern-Woche” verrät. “Es stimmt, dass ihn Hansi Flick auf dem Schirm hat. Dazu ist Hermann Gerland ja schon im Einsatz (beim DFB-Team, Anm. d. Red.) und der hat – so meine Information – nur Adeyemi beim 1:0 gegen Austria Wien beobachtet.”
Karim Adeyemi beeindruckt Hermann Gerland in mehrfacher Hinsicht
Und Gerland war nicht umsonst nach Salzburg gefahren. Adeyemi stand nicht nur in der Startelf, sondern erzielte in der 72. Minute auch das goldene Tor des Tages im Spitzenspiel. Vielmehr als die sportliche Leistung war Gerland aber von einem anderen Umstand beeindruckt: Wie viele Salzburg-Fans ein Trikot mit dem Namen des gebürtigen Münchners tragen. “Das war für ihn ein Beweis dafür, dass er einen guten Charakter haben muss. Auch deswegen ist er so interessant”, erklärt Plettenberg.
Die positiven Vorzüge seines Charakter bestätigt auch Manfred Schwabl, seines Zeichens Präsident der SpVgg Unterhaching, wo Adeyemi seine Jugend verbrachte und sich eine besondere Beziehung zwischen den beiden entwickelte. “Manfred Schwabl, der früher selbst Profi war, hat mit uns allen geredet, als wenn wir seine Söhne wären. Er hatte zu jedem eine enge Bindung und man konnte zu ihm gehen, egal was war”, beschrieb Adeyemi noch im Januar bei SPORT1 seine Bindung zu dem ehemaligen Bundesliga-Profi.
Manni Schwabl: “So ein richtiger kleiner Bazi”
Aber auch Schwabl wusste nur Gutes zu berichten: Zwar sei es schulisch zu Beginn nicht so gelaufen, wie man sich das vorgestellt hatte, aber man habe damals schon gesehen, “dass der so ein richtiger kleiner Bazi ist.” Er habe auf dem Platz eine brutale Grundqualität mitgebracht. Daher war von Beginn an klar: “Den müssen wir formen – menschlich und sportlich!”
Mit dieser Förderung gelang dem jungen Adeyemi die Entwicklung, die ihm zuvor beim FC Bayern München noch versagt geblieben war. Bereits im Alter von acht Jahren war das Talent den Scouts aufgefallen und vom TSV Forstenried in die Landeshauptstadt gewechselt. Wegen einer Disziplinlosigkeit kam es dort allerdings zum Streit und Adeyemi wechselte nach Unterhaching.
Adeyemi Rekordspieler in Österreich
Ein Glücksfall, wie sich später herausstellen sollte: Im März 2018 debütierte der Sohn eines nigerianischen Vaters und einer rumänischen Mutter dort für die U19 und spielte sich in die Notizbücher der Scouts von RB Salzburg. Nach zwei Jahren beim Farmteam FC Liefering in der zweiten österreichischen Liga – Adeyemi war der erste Spieler aus dem Jahrgang 2002, der in der 2. Bundesliga Österreichs zum Einsatz kam – gab er unter dem aktuellen RB-Leipzig-Coach Jesse Marsch sein Debüt für die erste Mannschaft Salzburgs in der Bundesliga.
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nDESCRIPTION: Die Premiere von Jesse Marsch endet anders als erwartet. RB Leipzig unterliegt mit 0:1 beim FSV Mainz 05.
Dort rückte er nun auch in den Fokus der Nationalmannschaft. Dass er in Salzburg den nächsten Schritt machen kann, daran hat Plettenberg keine Zweifel. “Er ist jetzt 19, er ist gebürtiger Münchner, Stürmer und pfeilschnell”, gab er eine Kurz-Charakterisierung in “Meine Bayern-Woche”.
“Natürlich beobachtet Bayern ihn”
Dazu könne für den jungen Stürmer auch eine Rückkehr zu den Bayern möglich sein. “Natürlich beobachtet ein Verein wie der FC Bayern diesen Stürmer. Der ist 19 Jahre alt, das wäre ja Wahnsinn, wenn man den nicht verfolgen würde”, machte der SPORT1 Chefreporter klar, hob aber auch warnend den Zeigefinger: “Aber – wir erinnern uns an Fiete Arp – es ist schon nochmal etwas anderes, in diesem Alter zu Bayern zu wechseln. Der Lewandowski-Nachfolger ist er noch nicht.” (NEWS: Alles Wichtige zur Bundesliga)
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Dennoch werde er in diesem oder spätestens im kommenden Sommer den nächsten Schritt machen und zu einem größeren Verein wechseln. Geht es nach Schwabl, sei die Tür nach ganz oben für ihn auf jeden Fall offen. “Jetzt liegt es an ihm”, diese Chance zu nutzen.
Und wer weiß, vielleicht liegt die Chance ja in München?
SPORT1 Chefreporter Florian Plettenberg spricht mit SPORT1 Moderatorin Jana Wosnitza in Folge 19 wie immer über die Themen und News der Woche beim FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft. Ab sofort immer freitags: “Plettigoal” spricht mit Torwart-Legende Toni Schumacher über seine kurze Zeit beim FC Bayern und das bevorstehende Heimspiel gegen den 1. FC Köln. Laura Wontorra verrät, wie sie sich auf Julian Nagelsmann vorbereitet und Manfred Schwabl liefert Insights zu Wunderstürmer Karim Adeyemi, der einst in München ausgemustert wurde und nun vor seinem Debüt bei Hansi Flick steht. News gibt’s zu den Gerüchten um Robert Lewandowski und Thilo Kehrer. Und ihr erfahrt, auf welche Vereine die Bayern-Bosse im Transferendspurt ganz genau schauen. Jetzt reinhören! Der SPORT1 Podcast “Meine Bayern-Woche” ist auf podcast.sport1.de, in der SPORT1 App und auf den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Deezer und Podigee abrufbar.