Anruf-Alarm im Stahlwerk Doppelpass!

Im Fußballtalk auf SPORT1 meldete sich am Sonntag Andreas Rettig zu Wort. In ähnlicher Manier wie Uli Hoeneß, der sich bereits einige Male in die Sendung schalten ließ, wollte der frühere DFL-Geschäftsführer etwas klarstellen.

Hintergrund war ein Zitat Rettigs aus einem Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

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Damals hatte Rettig erklärt: „Um DFB-Präsident zu werden, muss man eine Ochsentour vom Kreis über den Bezirk zum Verband absolvieren, um irgendwann Regionalfürst zu sein. Dann hat man einen grauen Bart und weiße Haare – und landet schließlich im DFB-Präsidium, hat aber schon 25 Jahre lang Allianzen geschmiedet. Das System bedingt genau diese Abhängigkeiten, die dem deutschen Fußball mehr schaden als nutzen, daher bekommen wir auch kein frisches Blut in den DFB.“

Draxler wirft Rettig Populismus vor

SPORT1-Experte Alfred Draxler hatte dem heutigen Geschäftsführer von Viktoria Köln daraufhin im Stahlwerk Doppelpass Populismus vorgeworfen, da mit Wolfgang Niersbach und Fritz Keller beispielsweise zwei ehemalige Amtsinhaber keine „Ochsentour“ hinter sich gehabt hätten, bevor sie Präsidenten wurden.

Rettigs Antwort: „Ich möchte nur erklärend sagen, dass genau die zwei Präsidenten mit der kürzesten Laufzeit, Wolfgang Niersbach mit dreieinhalb Jahren und Fritz Keller mit zwei Jahren, genau eben nicht aus dem System waren. Das geht genau auf das Thema, was ich gesagt habe: Allianzen schmieden und Ochsentour.“

Beim Thema DFB gehen SPORT1 Experte Stefan Effenberg und DFB-Boss Peter Peters aus dem Sattel. Beide haben eine klare Meinung.

Beim Thema DFB gehen SPORT1 Experte Stefan Effenberg und DFB-Boss Peter Peters aus dem Sattel. Beide haben eine klare Meinung.

Draxler konterte: „Herr Rettig, wir kennen uns so lange und Sie wissen auch, was ich an Ihnen nicht mag. Hier ist gerade ein Zitat von Ihnen verlesen worden und da haben Sie gesagt, dass alle DFB-Präsidenten eine Ochsentour von mindestens 25 Jahren geben müssen. Darauf habe ich gesagt, das sei populistisch, weil Sie genau wissen, dass die Leute das hören wollen. Es hat ja auch Beifall gegeben.“

Rettig: „Sie müssen schon richtig lesen“

Draxler weiter: „Nochmal: Herr Keller hat überhaupt keine Ochsentour gemacht und ist DFB-Präsident geworden. Warum sagen Sie also was Falsches? Weil sie Beifall haben wollen.“

Rettig entgegnete: „Sie müssen das Zitat schon richtig lesen. Da steht nicht drin ‚alle‘, sondern ‚um DFB-Präsident zu werden‘. Das ist eine Möglichkeit. Das war auch in der Vergangenheit immer so.“

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Anschließend nannte der Funktionär erneut die verhältnismäßig kurze Amtszeit von Niersbach und Keller: „Der eine hat es keine zwei Jahre geschafft, der andere nur dreieinhalb Jahre. Deshalb sollten sie diese Zeichen auch richtig deuten.“

Rettig stichelt gegen Peters

Auch an Peter Peters, Interimspräsident beim DFB, richtete Rettig das Wort.

„Er spricht davon, dass immer Fehler an der Spitze gemacht worden sind. Er ist Mitglied dieser Spitze seit vielen, vielen Jahren. Mich würde interessieren, Peter, was dich für das Amt des Präsidenten qualifiziert? Die Tätigkeit bei Schalke 04 kann es ja nicht gewesen sein“, stichelte der 58-Jährige.

Peters war zwischen 1994 und 2020 im Vorstand des FC Schalke 04 für die Finanzen verantwortlich (Hintergründe: Das steckte hinter Peters‘ Rücktritt).

Peters: „Andreas, ich liebe dich auch“

Peters antwortete: „Da sind wir in der Abteilung zweiter Populismus angekommen. Ich habe nie gesagt, dass ich kandidiere. Ich sage nur eins: Derjenige, der Präsident werden will, sollte darauf achten, wie die Strukturen aussehen und sollte auf das Team achten. Das gilt für jeden. Im Fußball ist ganz wichtig: Vertrauen.“

DFB-Interimspräsident Peter Peters spricht über den Führungsstil und die Konstruktivität von Bundestrainer Hansi Flick.

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Und weiter: „Irgendeiner muss es packen, den Verband in eine bessere Zukunft zu führen. Das müssen die Delegierten demjenigen zutrauen. Ich wehre mich aber ein kleines bisschen – und da muss ich auch die Landesverbände schützen. Die Arbeit an der Basis ist hervorragend. Das sind die Menschen, die im Präsidium sind.“

Diese Reaktion stellte Rettig nicht zufrieden: „Aber Peter, du antwortest jetzt auf Fragen, die gar nicht gestellt werden.“

Dann sorgte Peters für Lacher: „Andreas, ich liebe dich auch.“