Im Oktober vergangenen Jahres wurde Ronald Koeman beim spanischen Topklub FC Barcelona entlassen.
Nun hat sich der Trainer zu seinem Aus geäußert. Im Interview mit der niederländischen Zeitung Algemeen Dagblad kritisierte er vor allem den Präsidenten Joan Laporta.
„Sie haben mir nicht die Zeit gegeben, die sie dem neuen Trainer Xavi gegeben haben. Es ist immer noch schmerzhaft für mich“, sagte der Niederländer.
Koeman beklagt fehlendes Vertrauen
Dabei zeigt sich sich der 58-Jährige überrascht, dass der Verein auf einmal doch Geld für neue Transfers hatte, nachdem zuvor Spieler wegen finanzieller Probleme gehen mussten. „Aber dann holen sie jemanden für 55 Millionen Euro, kurz nachdem sie Lionel Messi gehen ließen (Ferran Torres, Anm. d. Red.). Dann fragt man sich, ob nicht noch etwas anderes passiert ist. Warum musste Messi gehen“, fragte er sich.
Damit spielt er wieder auf Laporta an. „Jeder Trainer braucht Zeit und Geduld vom Vorstand. Diese Neuverpflichtungen hätte ich mir auch gewünscht“, kritisierte er den Präsidenten und schiebt an, „ich hatte vom ersten Moment an dieses Gefühl, nach den Wahlen hat es nicht Klick gemacht.“
Schon im September hatte sich der damalige Barca-Trainer in der spanischen Zeitung Sport über Laporta beschwert. „Ich gebe zu, dass ich wütend und verletzt war. Ich fand, dass es ihm an Respekt mangelte“, schildert er aufgrund der Tatsache, dass es kein klares Bekenntnis zu ihm von der Verbandsspitze gab.
Der Grund für seine Abneigung gegen Koeman soll aber nicht im sportlichen Bereich liegen. „Aber mir wurde klar, dass Laporta mich loswerden wollte, weil ich nicht von ihm ernannt wurde“, meinte er. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan von La Liga)
„Xavi war Laporta zu unerfahren“
Der Europameister von 1988 sprach auch über seinen Nachfolger Xavi. Er zeigte sich dabei überrascht, dass die Wahl auf den Katalanen fiel. „Laporta hat mir tausendmal gesagt, dass Xavi nicht sein Trainer werden würde, weil ihm die Erfahrung fehlt“, behauptete der ehemalige Nationaltrainer der Niederlande.
Dennoch verpflichtete der katalanische Verein wenige Tage später Xavi, der zuvor Al-Sadd Sport Club in Katar trainiert hat. (NEWS: Alle aktuellen Infos zu La Liga)
Die Stachel sitzt bei Koeman so tief, dass er nun auch erstmal jeglichen Kontakt zu dem Verein, für den er selbst sechs Jahre lang gespielt hat, meidet. „Man wird mich eine Weile nicht im Camp Nou sehen, das kann ich noch nicht. Bei diesem Präsidenten kann ich nicht so tun, als wäre nichts passiert“, erläuterte er.