Über den wichtigen Sieg des FC Lierpool gegen den Erzrivalen redet schon nach wenigen Tagen kaum noch jemand!

Grund: Gegen Jürgen Klopp stehen nach dem Big Point gegen Manchester City in der Premier League schwere Vorwürfe im Raum. So berichten diverse englische Medien, dass City dem Coach der Reds „grenzwertig fremdenfeindliche“ Kommentare vorwerfe.

Es geht demnach um Aussagen, die Klopp vor der Partie getätigt hatte. Dabei hatte er kritisiert, dass drei Vereine (neben City auch Newcastle United und PSG) keinerlei finanzielle Restriktionen zu beachten hätten. Alle drei Vereine befinden sich in den Händen von Eigentümern aus dem arabischen Raum.

Klopp selbst wies die Anschuldigungen auf einer Pressekonferenz entschieden zurück. „Ich kenne mich selbst. Und man kann mich nicht treffen mit Dingen, die Meilen von meiner Persönlichkeit entfernt sind. Wenn ich so wäre (fremdenfeindlich, Anm.), würde ich es hassen. Ich würde mich selbst dafür hassen, dass ich so bin.“

Howe widerspricht Klopp vehement

Er wies darauf hin – wie er es auch in der Vergangenheit schon mehrfach getan hatte – dass er kein englischer Muttersprachler sei: „Es war nicht absichtlich, aber manchmal sagt man Dinge und denkt: ‚Oh Gott, es könnte so interpretiert werden.‘ Aber dies ist keiner von diesen Momenten. Absolut.“

Falls jemand seine Worte missverstanden habe, könne er dies nicht ändern. Er wolle in Zukunft vorsichtiger sein.

Gegenwind hatte Klopp nicht nur aus Manchester, sondern auch aus Newcastle bekommen. Kurzer Rückblick: Mit folgenden Aussagen sorgte er für Ärger: „Es gibt keine Grenzen für Newcastle. Herzlichen Glückwunsch, aber andere Klubs haben welche“, meinte Klopp. Für seinen Club etwa sei es „unmöglich“ auf dem Transfermarkt so vorzugehen wie Newcastle. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Premier League).

Für ManCity sei es derweil kein Problem, einen Spieler wie Erling Haaland zu verpflichten. „Egal was es kostet, man macht es einfach“, so Klopp. Der Club aus Manchester hatte dem Reds-Coach daraufhin vorgeworfen, er habe mit diesen Aussagen bewusst die Stimmung im Stadion anheizen wollen. Pep Guardiola wurde beispielsweise während des Spiels mit Münzen beworfen (Pep Guardiola mit Münzen beworfen: „Das ist Anfield“).

Newcastle-Coach Eddie Howe widersprach Klopp ebenfalls vehement: „Wir leben nicht das Leben, über das diskutiert wird.“ In Newcastle gebe es ebenso Grenzen, erklärte Howe. „Unsere Gehaltskosten sind sehr kontrolliert. Auch wenn wir Geld für Spieler ausgegeben haben, war es nicht zügellos oder nicht im Gleichklang mit der restlichen Premier League“, führte der 44-jährige aus.

Neureiches Newcastle polarisiert

Dabei war es Newcastle-Sportdirektor Dan Ashton höchstpersönlich, der die Diskussion erst angestoßen hatte. Ashton hatte unlängst in einem Interview davon gesprochen, dass es für Newcastle keine Grenzen gebe. Auf diese Aussage angesprochen, kam es zur sarkastischen Gratulation durch Klopp.

Howe sprach davon, dass die Aussagen Ashtons falsch interpretiert wurden. Zudem schickt er noch einen Ratschlag nach Liverpool hinterher: „Alle sollten vorsichtig mit ihren Meinungen und Kommentaren sein.“

Newcastle gilt seit dem Besitzerwechsel im vergangenen Jahr als der reichste Club der Welt. In diesem Jahr gab man 200 Millionen Pfund für neue Spieler aus.

Konflikt mit brisanter Vorgeschichte

Einmal in Fahrt gekommen, nutzte Howe die Gelegenheit für eine weitere Spitze gegen Klopp und kritisierte dessen Ausraster, der zur Roten Karte gegen ManCity geführt hatte. Er werde sich so nicht verhalten, da er eine Vorbildfunktion habe. „Ich bin mir sehr bewusst, dass ich von Abermillionen von Menschen, vor allem Kindern, angeschaut werden werde“, meinte der Newcastle-Coach zu seinem eigenen Verhalten in der Coachingzone.

Pikant ist auch die Vorgeschichte zwischen Klopp und den Magpies. Beim Ligaduell im August kam es nach dem späten 2:1-Siegtreffer der Reds (98.) zu heftigen Auseinandersetzungen an der Seitenlinie (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League). Der aktuelle verbale Austausch dürfte nicht dazu beitragen, das Verhältnis der Clubs zu verbessern.