Wettbewerbsübergreifend neun Pleiten in Folge, bereits der dritte Trainer auf der Bank, keine Chance mehr auf einen Titel und die Fans fordern lautstark Roman Abramowitsch zurück.
Die Lage für Todd Boehly beim FC Chelsea ist aktuell alles andere als beneidenswert. In einem Gespräch mit Michael Milken, Vorsitzender des Wirtschaft-Think-Tanks Milken Institute aus Kalifornien, zeigte sich der US-Milliardär ernüchtert.
„Wir haben viel gelernt – auch, dass die Fans sehr anspruchsvoll sind“, beschrieb er die vergangenen zwölf Monate seit dem Kauf des Vereins. Doch auch, wenn die Situation mit Platz zwölf in der Premier League alles andere als gut ist, forderte er Geduld von den Fans.
„Für uns (die Besitzer, Anm. d. Red.) ist dies ein langfristiges Projekt und sie (die Fans, Anm. d. Red.) wissen, dass wir uns langfristig engagieren“, stellte Boehly klar. Zudem versprach der 49-Jährige, dass man herausfinden werde, was momentan im Verein schieflaufe. Denn man wisse, dass die Fans Siege sehen wollen, genauso „wie wir gewinnen wollen“.
Auch Frank Lampard kritisiert das eigene Team
Nach einer baldigen Trendwende sieht es im Moment jedoch nicht aus. Nach der 1:3-Pleite gegen den FC Arsenal, dem jüngsten Tiefpunkt der Blues-Krise, bezeichneten Experten das Spiel des Teams als „Schande“ und „absolut schockierend“.
Selbst Frank Lampard, der als Nachfolger von Graham Potter als Trainer auf die Chelsea-Bank zurückkehrte, nahm nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund.
„Die Leistung in der ersten Hälfte war bei weitem nicht gut genug“, kritisierte der 44-Jährige sein Team bei Sky Sports nach dem Match und fügte hinzu: „Wir sind zu nett, zu passiv.“
Dieser Meinung war wohl auch Boehly. Laut der britischen Tageszeitung The Guardian begab sich der Milliardär mit den Vorstandskollegen Behdad Eghbali und Hansjörg Wyss nach dem Arsenal-Spiel in die Umkleidekabine und faltete das Team zusammen. Unter anderem bezeichnete er die Saison als „peinlich“ und pickte auch einige Spieler namentlich heraus in seiner Kritik.
Todd Boehly: Neuer Trainer muss ein Dirigent sein
Unabhängig vom Ausgang dieser Saison steht jedoch bereits fest: Nach der teuren Entlassung von Potter und dem nun auf der Bayern-Bank sitzenden Thomas Tuchel muss die nächste Trainerentscheidung sitzen. Boehly hat auch schon eine genaue Vorstellung davon, welches Profil der neue Übungsleiter haben soll.
„Man muss ein Team aufbauen, und natürlich ist der Trainer der Dirigent des Teams“, beschrieb er das Jobprofil für den neuen Blues-Coach.
Nachdem Julian Nagelsmann für den Posten an der Stamford Bridge bereits abgesagt hat und auch Luis Enrique aus dem Rennen sein soll, kristallisiert sich Mauricio Pochettino zunehmend als Favorit heraus.
Der Argentinier arbeitete zuletzt bei Paris Saint-Germain, ist dort im Sommer 2022 entlassen worden.