Mit 52 Toren aus 53 Spielen spielte Erling Haaland eine entscheidende Rolle bei Manchesters erfolgreicher Jagd nach dem Triple. „Es ist eine neue Saison, meine Mitspieler und ich wollen die Bedingungen schaffen, um das noch einmal zu erleben“, erklärte der Norweger nun im Interview mit der französischen Zeitung L‘Équipe.

„Ein solches Triple (Premier League, FA Cup, Champions League) zu erreichen, war ein solches Gefühl, eine solche Sensation, dass man es noch einmal probieren möchte“, so Haaland.

Er fuhr fort: „Natürlich wird es schwer, das zu übertreffen. Wir haben ein historisches Triple geschafft, jeder erwartet noch mehr von uns, jeder hat noch mehr Lust, uns zu schlagen. Schon letztes Jahr wollte uns in der Premier League jeder schlagen, weil wir englischer Meister waren, aber in dieser Saison wird es noch mehr sein, weil jetzt ganz Europa uns zu Fall bringen will.“

Keine Treffer in wichtigen Spielen

Trotz dieser unglaublichen Saison wurde der 23-Jährige allerdings kritisiert, da er sowohl im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid als auch im Finale gegen Inter Mailand keine Tore erzielen konnte. Er sagte: „Nehmen wir als Beispiel das Rückspiel gegen Real Madrid (City gewann 4:0, d. R.), das vielleicht das größte Spiel in der Geschichte der Citizens ist. Ich hatte an diesem Tag die Chance, zwei oder drei Tore zu schießen, aber Thibaut Courtois hat eines der Spiele seines Lebens gespielt.“

Das Wichtigste sei jedoch nicht seine persönliche Leistung, sondern der Sieg gewesen. „Am Ende gibt es kein besseres Gefühl als einen kollektiven Sieg“, betonte der Norweger.

Außerdem: „Ich habe sogar zum ersten Mal seit langer Zeit geweint, weil ich mir meinen größten Traum erfüllt hatte. All diese Emotionen und die Freude haben meine individuelle Leistung in diesem Spiel bei weitem übertroffen.“

Guardiola ärgerte Haaland

Mit seiner Leistung knackte Haaland unter anderem auch den Torrekord der Premier League von Andy Cole (1993/94) und Alan Shearer (1994/95), die beide 34 Tore in einer Saison erzielt hatten. Durch den Norweger liegt die neue Bestmarke nun bei 36 Toren aus 35 Spielen.

Eine Bestmarke, die ihm allerdings verwehrt wurde, war der Rekord für die meisten Tore in einem Champions-League-Spiel. Im Achtelfinal-Rückspiel gegen RB Leipzig konnte der 23-Jährige 5 Tore zu dem 7:0 Erfolg beisteuern und somit unter anderem mit Lionel Messi und Luiz Adriano gleichziehen. In der 63. Minute ersetzte Pep Guardiola den Norweger jedoch durch den 23-jährigen Julián Álvarez.

Haaland sagte: „Es gab natürlich eine Menge Frust. Vielleicht hätte ich es auch nicht geschafft, wir wissen es nicht.“ Allerdings respektiere er Álvarez, der es auch verdient habe, an dem Spiel mitzuwirken, weshalb er sich nicht über seine Auswechslung beschweren wolle. „Vielleicht habe ich noch eine Chance, den Rekord zu brechen, wer weiß?“, betonte er schmunzelnd.

Und auch wenn er diesen Rekord nicht brechen konnte, ist Haaland durch seine Leistungen unter den Top-Favoriten auf den Gewinn des Ballon d‘Or, der jedes Jahr an den besten Spieler der Welt verliehen wird. „Ich glaube an mich. Ich weiß, dass ich noch viele Fortschritte machen kann, ich bin noch jung. Aber ja, ich glaube, ich habe dieses Jahr eine Chance“, sagte der Norweger selbstbewusst.