Letzte Ausfahrt Bayern München?
Manchester United bleibt in dieser Saison meilenweit hinter den Erwartungen zurück, bricht Negativrekorde und droht auch aus dem europäischen Geschäft auszuscheiden.
Am Dienstagabend könnte der nächste Tiefschlag folgen, wenn der FC Bayern im Old Trafford gastiert (ab 21 Uhr im LIVETICKER). Nur mit einem Sieg gegen den deutschen Rekordmeister und einem gleichzeitigen Remis zwischen Kopenhagen und Galatasaray würde United noch das Champions-League-Achtelfinale erreichen.
Die jüngste 0:3-Niederlage gegen Bournemouth gilt als negativer Start vor schwierigen Wochen, in denen nach den Bayern auch Liverpool auf United wartet.
Infolgedessen häufte sich in den letzten Wochen auch die Kritik an Cheftrainer Erik ten Hag. Viele Vereinslegende, wie Paul Scholes oder Roy Keane, meldeten sich öffentlich zu Wort und bemängelten die Arbeit des Niederländers.
Nicht so Gary Neville, der von 1991 bis 2011 im Junioren- und Herrenbereich einzig und allein für die Red Devils auflief.
„Ich hoffe, dass Erik ten Hag in dieser Saison irgendwie das Ruder herumreißen kann und er das, was im Moment passiert, verbessern kann, sonst wird er in Schwierigkeiten geraten, wie es unvermeidlich ist“, schreibt Gary Neville in seiner Kolumne für Sky.
„Die Idee, ihn (ten Hag; Anm. d. Red.) zu entlassen, ist absoluter Unsinn. Das würde ich sowieso nicht befürworten“, mahnt der 48-Jährige. Es würde sich ein Kreislauf wiederholen, den man bereits bei Ole Gunnar Solskjaer oder Louis van Gaal gesehen habe.
Neville zieht Klub-Besitzer in die Verantwortung
Probleme sieht Neville stattdessen auf höheren Ebenen. „Es fehlt an Führung und Struktur über ihm“, kritisiert der Engländer und erklärt in Bezug auf die Besitzer des Vereins: „Es sind zehn Jahre des Scheiterns und der miserablen Rekrutierung.“
Auch die Tatsache, „dass sie keinen Sportdirektor haben, keinen richtigen Rekrutierungsleiter“, sei nicht förderlich.
„Es ist die schwierigste Aufgabe im Fußball, die Rekrutierung präzise zu gestalten. Aber wenn man es falsch macht, 300 bis 400 Millionen Pfund auf einmal, drei- oder viermal in 10 Jahren, dann ist das ein komplettes, ultimatives Versagen, und das liegt an den Eigentümern, die sich nicht darum gekümmert haben“, ätzt der Ex-Profi.
Schicksalsspiele für ten Hag
Neville zieht den Niederländer jedoch nicht gänzlich aus der Affäre. „Ja, Erik ten Hag sollte es besser machen“, räumt der TV-Experte ein und moniert: „Der Spielstil ist nicht da und einige der Spieler müssen es viel besser machen. Einige der Vorstellungen, individuell und kollektiv, sind schäbig.“
Die nächsten Spiele werden für ten Hag wahrscheinlich schicksalsträchtig. Zunächst das Duell gegen sein Ex-Klub aus München (ten Hag war zwischen 2013 und 2015 Trainer des FC Bayern II), danach das brisante Spiel gegen Liverpool, das historisch schlechte Vorzeichen liefert.
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Die letzten vier Spiele gegen das Team von Jürgen Klopp verlor United allesamt mit einem Torverhältnis von 2:17 und einer 0:7-Niederlage beim letzten Auftritt in Anfield.
Auf den Tag genau fünf Jahre vor dem kommenden Duell am 17. Dezember besiegelte eine Niederlage in Liverpool das Ende von Star-Trainer José Mourinho in Manchester. Ein Schicksal, das Erik ten Hag unbedingt vermeiden will.