Nach einer ersten sarkastischen Reaktion auf die Pfiffe gegen seine Person in Saudi-Arabien hat sich Toni Kroos nun erneut zu den Unmutsbekundungen des Publikums bei den Spielen der Supercopa geäußert.

„Ich kann aus tiefstem Herzen sagen, dass es mich nicht gestört oder meine Spielweise beeinflusst hat. Im Gegenteil: Das war ganz lustig“, sagte der Mittelfeldstar von Real Madrid in seinem Podcast „Einfach mal Luppen“.

Kroos war vergangene Woche sowohl im Halbfinale gegen Atletico Madrid (5:3) als auch im Endspiel gegen den FC Barcelona (4:1) von den Fans bei nahezu jedem Ballkontakt ausgepfiffen worden. „Das war eine neue Erfahrung, ich hatte das bis dahin noch nicht. Aber ich möchte sie nicht missen“, meinte Kroos. Es sei für ihn „auch spannend“ gewesen, weil er sich so in den einen oder anderen hineinversetzen konnte, der das öfter in Auswärtsspielen erlebe.

Die Pfiffe haben Kroos sogar angestachelt, ein kleines Spielchen mit dem Publikum zu spielen. So habe er sich gedacht, „wer schafft es jetzt, länger auszuhalten?“, sagte der 34-Jährige. „Mit der Zeit kann es auch langweilig werden.“ Im Finale habe er dann gemerkt, dass die Pfiffe im Laufe des Spiels weniger wurden. Aber: „Bei der Auswechslung haben sich noch mal alle zusammengerissen, noch mal alle Kraft zusammengenommen.“

Unmittelbar nach dem Halbfinale hatte Kroos bei X auf die Pfiffe reagiert. „Das hat heute Spaß gemacht! Fantastisches Publikum“, schrieb der Mittelfeldregisseur.

Kroos sieht Transfers nach Saudi-Arabien kritisch

Kroos hatte sich in der Vergangenheit kritisch zu den Spielertransfers nach Saudi-Arabien geäußert. Dabei kritisierte er den Transfer des 21-jährigen Gabri Veiga in den Sozialen Medien als „peinlich“. Zwar löschte er den Kommentar später, doch seine generelle Haltung dazu änderte er nicht. „Das ist auch das eigentliche Problem von der Entwicklung im Fußball, wenn man sich in dem Alter schon ausschließlich für Geld entscheidet“, sagte Kroos damals in seinem Podcast.

Dass das Publikum jetzt mit solch einer Ablehnung auf ihn reagierte, überraschte Kroos, zumal er seine kritischen Aussagen gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. „Ich habe gar nicht damit gerechnet, es nicht erwartet“, sagte Kroos nun. „Das war für mich irgendwie schon beiseite.“ Er habe die Pfiffe daher zunächst auch gar nicht auf sich bezogen und erst im Laufe des gemerkt, dass er gemeint ist. „Eins und eins kann ich natürlich zusammenzählen.“