Felix Magath zählt zu den größten Trainerlegenden im deutschen Fußball. Seine Trainingsmethoden sowie seine persönliche Art dürften vielen seiner Spieler lange in Erinnerung geblieben sein. In seiner Bundesligazeit gewann Magath mit dem FC Bayern zwei Mal das Double und mit Wolfsburg eine Sensations-Meisterschaft.

Insgesamt stand er für acht deutsche Erstligisten an der Seitenlinie. In einem Interview bei 11Freunde gab er nun persönliche Einblicke in diese Zeit.

Felix Magath war von 2004 bis 2007 Trainer des FC Bayern Münchens
Felix Magath war von 2004 bis 2007 Trainer des FC Bayern MünchensFelix Magath war von 2004 bis 2007 Trainer des FC Bayern Münchens

Viel Raum nahm dabei Magaths Entlassung Anfang 2007 beim FC Bayern ein. Diese war damals nicht ganz unumstritten, wobei der gebürtige Aschaffenburger das heute ganz gelassen sieht: „Ich hatte hier zweieinhalb schöne und erfolgreiche Jahre, auf die ich stolz bin. Aber es war mir immer klar, dass dies ein Engagement auf Zeit ist.“

Magath-Aus war „eine Art Auszeichnung“

Nachdem Magath mit dem Auftrag zum FC Bayern kam, „wieder Disziplin und Fitness in die Mannschaft zu bringen“, holte er zweimal in Folge das Double. „Danach war Uli (Hoeneß, Anm.) der Auffassung, dass es nun genug ist mit Ordnung und Disziplin“, ordnete er sein damaliges Trainer-Aus ein.

Für Magath persönlich, war das „eine Art Auszeichnung“ – er hatte seinen Auftrag erfolgreich erfüllt.

Magath hätte damals auch gerne mehr Einfluss auf die Kaderplanung gehabt. „Ich stand auf verlorenem Posten und musste mit denen arbeiten, die er mir zur Verfügung stellte“, sagt er heute über Hoeneß.

Dieser habe ihm damals sehr deutlich gemacht, dass seine Ideen zur Kaderplanung nicht umsetzbar wären. Auf einen Vorschlag Magaths antwortete er nur: „Felix, bist du verrückt? Das können wir nicht machen.“

Magath konnte nicht der beste Freund sein

In seiner aktiven Zeit beim FC Bayern spürte der Erfolgstrainer vom einen oder anderen Spieler auch Gegenwind. Nicht alle waren mit seiner Art des Trainings zufrieden. Doch das ließ Magath damals kalt: „Ich verstehe mich nicht als Animateur eines Starensembles. Uli sagte: ‚Einige Spieler sind gegen dich, denk mal drüber nach.‘ Dabei war es nicht mein Anliegen, mich beliebt zu machen.“

Für ihn stand der Erfolg immer an oberster Stelle, und um diesen zu erreichen, musste er nicht mit jedem im Team befreundet sein. „Ich bin – wie die Spieler – ein Angestellter des Vereins, und es ist mein Job, das Optimale aus dem Kader rauszuholen. Dass ich dabei nicht der beste Freund der Spieler sein kann, ergibt sich aus meinem Ansatz, alles dem Erfolg unterzuordnen“, sagte er.

Heute ist der 72 Jahre alte Sportvorstand bei seinem früheren Verein Viktoria Aschaffenburg. An ein Ende seiner Tätigkeit im Fußball denkt er noch nicht: „Ich finde es tragisch, dass in unserer Gesellschaft Erfahrung oft so wenig wertgeschätzt wird und man lieber auf das Geburtsdatum schaut. Und last but not least: Weil ich mich auf dem Rasen immer noch am wohlsten fühle.“

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