Von Reinhard Franke
München – Die nächste Generation des FC Bayern steht bereit.
Während die Nationalspieler des Rekordmeisters nach dem Gewinn des WM-Titels in ihren wohlverdienten Urlaub gegangen sind, Toni Kroos sich Richtung Real Madrid verabschiedet hat (Bericht), streben beim Rekordmeister derweil einige Jungstars ins Blickfeld, die vor wenigen Wochen noch keiner auf dem Zettel hatte.
Eben auch, weil sich gerade am Bayern-Trainingsgeländer kein Großaufgebot an Stars tummelt. Franck Ribery, Thiago und Diego Contento befinden sich alle im Aufbautraining, Mitchell Weiser sowie Claudio Pizarro müssen verletzt pausieren.
Das Motto lautet deshalb: Jugend forscht.
Bayern-Coach Pep Guardiola macht in diesen Tagen also aus der Not eine Tugend, schaut eine Etage tiefer und gibt zwei jüngeren Spielern die Chance, sich zu zeigen.
Scholl und Gaudino machen Freude
Zwei, deren Väter einst Fußball-Größen waren: Lucas Scholl, der Sohn von Mehmet Scholl und Gianluca Gaudino, der Filius des früheren Bundesligaspielers Maurizio Gaudino.
Beide spielen sich gerade ganz emsig in den Vordergrund, machen Guardiola viel Freude und geben den etablierten Bundesligaspielern wie Robert Lewandowski und Sebastian Rode mächtig Feuer.
„Sie machen das klasse, beide sind mit viel Freude bei der Sache, sie sind sehr variabel, als Vater ist das natürlich schön mit anzuschauen“, sagt Gaudino Senior im Gespräch mit SPORT1.
Wohlwissend fügt er hinzu: „Es ist nicht so einfach bei Bayern zu spielen und sich durchzusetzen. Sie müssen erst in die Verantwortung herein wachsen, die Spielphilosophie von Bayern übernehmen und sich von Jahr zu Jahr steigern.“
Anlass zur Hoffnung
Für den früheren Bundesligaspieler von Eintracht Frankfurt sei es einfach „eine große Freude, meinen Sohn bei seiner guten Entwicklung zu beobachten.“
Scholl und Gaudino durchliefen bei den Bayern alle U-Mannschaften und geben daher berechtigten Anlass zur Hoffnung, eines Tages vielleicht in die großen Fußstapfen ihrer Väter zu treten.
„Beide fühlen sich sehr gut aufgehoben, sind stolz unter einem Trainer wie Guardiola trainieren zu können und werden ihren Weg gehen, da bin ich mir ganz sicher“, sagt Gaudinos Vater.
Scholl Senior spielte 15 Jahre beim FCB, wurde acht Mal Meister und machte 98 Tore in 392 Bundesliga-Partien. Und wie der Papa schießt auch der Mini-Scholl tolle Freistöße, glänzt mit feiner Technik und einem präzisen Schuss.
Riberys Bruder sorgt für ein Lächeln
Ähnlich wie bei Scholl dürfte der Nachname eines weiteren Jungspunds bei den Bayern Fans Hoffnungen wecken. Die Rede ist von Steven Ribery, dem kleinen Bruder von Franck.
Der 18-Jährige gab im Mai sein Debüt in der Regionalliga-Mannschaft, davor erzielte der kleine Ribery in zehn Spielen für Bayerns U-19-Junioren vier Tore.
Götze als Vierter im Bunde
Zu Scholl, Gaudino und Ribery kommt auch noch Felix Götze, der jüngere Bruder von WM-Finaltorschütze Mario.
Der 16-Jährige wechselte gerade von Borussia Dortmund in die U 17 der Bayern – ablösefrei. Und er soll ähnlich talentiert sein wie sein berühmter Bruder.
Testspieleinsatz für Scholl und Gaudino?
Während der kleine Götze aber noch ein ganzes Stück weg von den Profis ist, könnten Lucas Scholl und Gianluca Gaudino am Freitag den nächsten Schritt machen.
Denn dann steigt das erste Vorbereitungsspiel der Bayern – in Memmingen gegen den FCB-Fanclub Red Baroons (18 Uhr).
Vielleicht ergibt sich dann für die jungen Spieler mit den großen Namen die erste Gelegenheit, sich in einem Spiel mit den Profis zu beweisen.
Nicht nur die berühmten Väter werden dann ganz genau hinschauen.