Von Denis de Haas
München – Die deutschen Weltmeister können nach dem Triumph in Brasilien noch ausspannen. Dafür müssen die meisten Vereinskameraden schon schwitzen. Schließlich wollen die Spieler bis zum Bundesliga-Start am 22. August in Top-Form sein.
Vier Wochen vor dem Saisonbeginn zeichnen sich die ersten Trends ab. Einige Teams haben sich bereits bei Testspielen mächtig blamiert, andere präsentieren sich in erstaunlich guter Frühform.
SPORT1 erklärt, was sich bei den Bundesligisten während der Sommerpause bislang getan hat.
? Die neuen Stars
Die höchste Ablöse für einen Spieler hat bislang Borussia Dortmund gezahlt. Der italienische Angreifer Ciro Immobile (zuvor FC Turin) war dem Vizemeister 18,5 Millionen Euro wert.
Die Bayern halten sich in Sachen Geld ausgeben noch zurück:
Bislang hat der Rekordmeister erst für einen Spieler Ablöse gezahlt. Zehn-Millionen-Euro-Mann Juan Bernat vom FC Valencia soll den Konkurrenzkampf in der Defensive beleben.
Aber auch die Verfolger des Spitzenduos bedienten sich bei der Bundesliga-Konkurrenz: Schalke 04 eiste Kameruns WM-Teilnehmer Eric Maxim Choupo-Moting aus Mainz und Nationalspieler Sidney Sam aus Leverkusen los.
Der Werksklub rüstete seinerseits nach langem Hin und Her mit Hamburgs Supertalent Hakan Calhanoglu und Goalgetter Josip Drmic von Absteiger Nürnberg auf.
? Die Verletzten
Schalke 04 hatte schon in der Vorsaison die Seuche. Und auch jetzt erlebte Trainer Jens Keller in der Vorbereitung zwei bittere Momente.
Jefferson Farfan wurde am maladen rechten Knie operiert. Für den Peruaner könnte die Vorrunde bereits gelaufen sein.
Auch Leon Goretzka erlitt einen herben Rückschlag. In einem Testspiel musste er mit einem Muskelriss vom Platz. Der Saisonstart wird für den Mittelfeldspieler zu früh kommen.
„Es geht schon wieder los“, klagte Keller bereits.
Auch für den VfL Wolfsburg war es bislang eine Vorbereitung zum Vergessen. Besonders auf den Rechtsverteidigern lastet ein Fluch. Erst riss sich Patrick Ochs das Kreuzband, dann zog sich Christian Träsch eine Schultereckgelenksprengung zu.
? Die Rückkehrer
Den 18. Juli 2014 wird Holger Badstuber wohl nie vergessen. Da gab der Bayern-Profi nach 19 Monaten Verletzungspause sein Comeback. Im Test gegen eine Fanklub-Auswahl durfte er in seiner Geburtstadt Memmningen 58 Minuten mitwirken.
Bald könnte Badstuber wieder eine Alternative für die Defensive beim Rekordmeister sein.
„Holgers Entwicklung ist sehr, sehr erfreulich, auch wenn er noch etwas braucht“, sagte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer nach dem Comeback.
Einige Tage später reichte es für den Innenverteidiger im Test bei Drittligist MSV Duisburg (1:1) sogar schon für 86 Minuten.
„Ich fühle, dass es mehr und mehr kommt. Gerade solche Spiele bringen mir enorm viel. Das ist ein super Gefühl“, sagte Badstuber nach dem Spiel bei SPORT1.
Auch zwei weitere Kreuzband-Patienten standen in der Vorbereitung wieder auf dem Platz. Schalkes Dennis Aogo und der Dortmunder Neven Subotic wollen bis zum Saisonstart wieder vollkommen fit sein.
? Die Krisenherde
2:5 gegen Waldhof Mannheim, 1:2 gegen Terek Grosny – bei Eintracht Frankfurt läuft es noch nicht rund. Zudem gibt es bei den Hessen noch einen Transferstau.
Zwei neue Stürmer hatte Manager Bruno Hübner seinem neuen Trainer Thomas Schaaf versprochen. Der Vollzug bleibt noch aus.
Genauso wie beim Überraschungsteam der vergangenen Saison, dem FC Augsburg.
Gegen die Zweitligisten SV Sandhausen (2:4) und Karlsruher SC (0:1) setzte es jeweils Testpleiten, gegen Fünftligist SSV Ulm reichte es nur zu einem 3:3.
Auch beim Hamburger SV bleibt es unruhig. Ein Sportdirektor und neue Stars fehlen, selbst die Spieler schlagen schon Alarm.
„Ich hoffe, dass noch neue Leute kommen. Wir brauchen neue Spieler“, sagte Verteidiger Johan Djourou zuletzt.
Sein eindeutiger Appell in Richtung Vereinsführung: „Wir brauchen mehr Konkurrenz.“
Die Ergebnisse passen zudem ins Bild. Gegen den Regionalligisten ETSV Weiche Flensburg gab es einen schmeichelhaften 3:2-Erfolg. Auf der China-Reise blamierte sich der HSV dann vollkommen.
Spätestens nach dem 2:6 gegen Guanzhou Evergrande schrillen an der Elbe schon wieder die Alarmglocken.