Vom Telekom Cup berichtet Clemens Gerlach
Hamburg – Der Gegner war deutlich in Überzahl. Doch für Robert Lewandowski war das kein Problem – vielleicht sogar eine besondere Herausforderung.
Der neue Angreifer des FC Bayern legte sich den Ball in aller Bedrängnis zurecht, hob ihn aus rund elf Metern über die Abwehrspieler und den verdutzten Torwart Janis Blaswich von Borussia Mönchengladbach hinweg ins Tor.
„Das war Instinkt“, sagte der polnische Nationalstürmer später.
Lewandowski bleibt bescheiden
Großes Aufsehen wollte der wie immer bescheidene Lewandowski nach seinem Treffer in der 29. Minute nicht machen. Immerhin gab Lewandowski, der ablösefrei vom Erzrivalen Borussia Dortmund gekommen ist, nach dem Einzug ins Finale des Telekom Cups schließlich doch zu, dass es „ein super Tor“ gewesen sei (BERICHT: Bayern mit Zaubertoren).
Das war aber noch untertrieben. Es war ein Kunstschuss. Ein Geniestreich.
Der 25-Jährige zeigt vier Wochen vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg, dass er in München angekommen ist. SHOP: Jetzt Bayern-Fanartikel kaufen
Lob von Guardiola und Ribery
Und Trainer Pep Guardiola geriet ins Schwärmen.
„Robert ist natürlich ein Top-Spieler, ein brutaler Spieler. Er hat alles“, erklärte Guardiola.
Auch Franck Ribery stimmte gleich eine Lobeshymne auf seinen neuen Mitspieler Lewandowski an.
Ribery fühlt sich „wieder sehr gut“
Dabei hatte der Franzose selbst Grund zur Freude.
In der 34. Minute zog Ribery auf der linken Seite auf und davon, überlief auch noch Gegenspieler Marvin Schulz und zirkelte den Ball ins lange Eck.
Nach seiner langwierigen Rückenverletzung und der verpassten WM war das gelungene Comeback für Ribery eine Erleichterung und Genugtuung.
„Ich fühle mich wieder sehr gut“, sagte der 31-Jährige.
Abwehr mit Aussetzern
Während Lewandowski und Ribery in der Offensive dank ihrer individuellen Klasse die Glanzlichter setzten, offenbarte der Meister in der Defensive ohne seine noch im Urlaub befindlichen WM-Teilnehmer allerdings erhebliche Mängel.
Neuzugang Juan Bernat vom FC Valencia hatte ebenso wie der ehemalige Frankfurter Sebastian Rode große Probleme.
Zudem waren zwei Mitglieder der bayerischen Dreierabwehrkette nicht sattelfest. Der lange verletzte Holger Badstuber verursachte in der 42. Minute einen Handelfmeter, Javi Martinez kurz vor Ende der auf 60 Minuten verkürzten Spielzeit einen Foulelfmeter.
Beide verwandelte Max Kruse sicher und brachte die Borussia zumindest ins Elfmeterschießen.
Dort brachte Tom Starke die Bayern mit zwei parierten Elfmetern ins Finale.
Guardiola lässt keine Ausreden gelten
Gladbach bleibt nun nur das Spiel um Platz drei gegen Gastgeber Hamburger SV (ab 16.30 Uhr im LIVE-TICKER), der gegen Wolfsburg ebenfalls im Elfmeterschießen unterlag.
Bei den Bayern freute sich Guardiola, der zwischendurch ebenso wie Sportvorstand Matthias Sammer alles andere als gelassen wirkte, über den Einzug ins Endspiel.
„Das Wichtigste ist, dass wir eine gute Stimmung haben und im Finale stehen. Ich bin sehr zufrieden“, sagte der Spanier.
Das Fehlen zahlreicher Stammspieler wollte er aber nicht als Erklärung für die zeitweiligen Aussetzer gelten lassen: „Bayern München darf keine Ausreden suchen.“
Das gilt auch für das Finale gegen Wolfsburg. SHOP: Jetzt Wolfsburg-Fanartikel kaufen