München – Der Poker um Mehdi Benatia zwischen dem FC Bayern und dem AS Rom geht weiter – und in die heiße Phase.
Wie SPORT1 bereits am Sonntag berichtete, ist Benatia die Wunschlösung bei der Suche nach Ersatz für den verletzten Javi Martinez. Das gilt weiterhin.
Am Montag weilte Alexandre Wacker, ein Mittelsmann von Benatias Berater, mehrere Stunden an der Säbener Straße und traf sich dabei mit Bayerns Vorstandsvorsitzendem Karl-Heinz Rummenigge. Es wurde verhandelt.
Der FC Bayern denkt nach Javi Martinez' Kreuzbandriss über einen kurzfristigen Transfer nach. Allerdings sind die Alternativen für die Defensive rar gesät. SPORT1 checkt den Markt.
Am Dienstag sagte Rummenigge vor der Presse: „Wir werden keinen Kommentar dazu abgeben. Das macht im Zweifelsfall den Spieler noch teurer.“
Trotzdem sind neue Details über einen möglichen Transfer durchgesickert. Der italienische TV- und Transfer-Experte Gianluca Di Marzio behauptet, dass der FC Bayern der einzige echte Interessent für Benatia sei.
Das schreibt der Italiener in seinem Blog. Di Marzio hatte bereits vor zwei Jahren frühzeitig über Bayerns Coup mit Pep Guardiola Bescheid gewusst und auch den Wechsel von Robert Lewandowski prophezeit.
Englische Medien hatten zuletzt immer wieder über ein Interesse von Manchester United und dem FC Chelsea an Benatia berichtet – es scheint aber doch alles nicht so konkret zu sein.
Di Marzio gibt auch Details zur Ablösesumme preis: Hier liegen die Vereine noch weit auseinander.
Die Bayern seien bereit, 25 Millionen Euro plus Bonuszahlungen in ungenannter Höhe für den 27 Jahre alten Kapitän der marokkanischen Nationalmannschaft hinzulegen. Doch den Italienern reiche das nicht. Die Römer wollen demnach mindestens 30 Millionen Euro für ihren Abwehrchef haben.
Aus Römer Vereinskreisen werden sogar noch höhere Summen kolportiert. Es ist das klassische Taktieren um die Ablöse.
Nach Berichten der spanischen „AS“ soll der Technische Direktor Michael Reschke mit Diego Godin von Atletico Madrid über einen Wechsel verhandeln.
Der Uruguayer hat dem Bericht zufolge eine Ausstiegsklausel im Vertrag und könnte seinen Verein für 36 Millionen Euro verlassen – auch diese Möglichkeit ist also keine Billiglösung.
Auch Stefan Savic ist bei den Bayern ein Thema. Beim Montenegriner vom AC Florenz ist nach SPORT1-Informationen sogar eine Ausleihe von einem halben Jahr möglich.
Ein Schuss Taktik liegt gewiss auch in den Worten von Pep Guardiola, der nach dem Pokalerfolg gegen Preußen Münster den Bedarf nach einem Martinez-Ersatz herunterredete: „Wenn etwas möglich ist, wäre es schön. Wenn nicht, machen wir mit denen weiter, die wir haben. Kein Problem.“
Es zeigt: Die Bayern nehmen den Poker an.
„All-in“ wird in München aber so schnell keiner gehen.