Von Mathias Frohnapfelund Marcel Guboff

München – Pep Guardiola sendet widersprüchliche Signale, einen Tag, bevor es losgeht für den FC Bayern.

„Ich bin nicht besorgt“, sagt er einerseits. Andererseits warnt er, dass es „sehr gefährlich und sehr, sehr schwer“ werde für seinen Klub in den ersten Monaten.

Javi Martinez, Bastian Schweinsteiger, Thiago, Jerome Boateng, Rafinha und Franck Ribery werden fehlen zum Saisonstart gegen den VfL Wolfsburg (Fr., ab 20 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER).

Und es sind nicht nur kurzfristige Ausfälle. Der Kreuzbandriss von Martinez hat die Verantwortlichen des FCB gezwungen, doch noch auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Mehdi Benatia vom AS Rom soll es werden, aber auch er muss – wenn der Deal klappt – erst integriert werden.

Der Luxustanker FC Bayern hat einige Lecks im Moment. „Wir brauchen Zeit“, sagt Guardiola. Immer wieder.

Andererseits: Ähnliches hat Guardiola auch vor seiner ersten Saison verkündet. Das Resultat ist bekannt: Die Münchner wurden souverän Deutscher Meister – mit 19 Zählern Vorsprung auf Borussia Dortmund.

Doch Guardiola ist Perfektionist. Es soll spielerisch noch besser werden, nicht nur mit Blick auf die Champions League, wo nicht noch einmal so eine Demütigung passieren soll wie gegen Real Madrid vergangene Saison.

„Die Champions League ist die schönste Frau“, sagt Guardiola: „Aber ich will auch die Bundesliga“.

SPORT1 stellt den neuen FC Bayern vor.

Guardiola hätte ihn sicher nur zu gerne behalten, den Strategen und Passmaschine Toni Kroos. Doch der fühlte sich in München nicht genügend geschätzt und auch nicht gut genug gezahlt – Kroos ging zu Real Madrid. Der Transfer brachte dem FCB 30 Millionen Euro und die Frage, was das Team ohne den Spielgestalter wert ist.

Leichter zu verschmerzen sind die Abgänge von Routinier Daniel van Buyten, dem dritten Torwart Lukas Raeder und auch von Mario Mandzukic.

Schon jetzt ist klar: Robert Lewandowski wird den FC Bayern noch besser machen. Der früherer Dortmunder ist der Königstransfer der Münchner – und das für null Euro Ablöse.

Rummenigge zeigt sich bei SPORT1 zuversichtlich, dass es diesmal klappt: „Wir haben einen Trainer, der in dieser Sache Erfahrung hat, der es 2010 mit Barcelona erlebt hat, als Spanien Weltmeister wurde. Er hat gesagt, wir sollen uns keine Sorgen machen.“

Der FC Bayern ist erneut der ganz große Favorit auf die Meisterschale. Aufgrund des vorangegangen WM-Jahrs werden die Bayern aber keinen Alleingang schaffen – ein großer Punktevorsprung ist nicht zu erwarten.

Mathias Frohnapfel, Jahrgang 1975, studierte in Passau und Florenz Politik-, Wirtschaftswissenschaft und Italianistik. Passion für den Calcio italienischer Prägung und die Serie A. Volontierte von 2002...