Nach dem überraschenden Rücktritt von Sebastian Kehl als Kapitän von Borussia Dortmund gilt der frischgebackene Weltmeister Mats Hummels als erster Kandidat für seine Nachfolge.

Der 25-Jährige gehörte bereits in der vergangenen Saison zu Kehls Stellvertretern und führte den BVB in zwei Bundesliga-Spielen aufs Feld.

Roman Weidenfeller, der in der abgelaufenen Saison als erster Kehl-Vertreter in 19 Bundesliga-Partien als Spielführer fungierte, gilt ebenfalls als möglicher Nachfolge-Kandidat. Mit seinen inzwischen 33 Jahren könnte der Torhüter aber schon zu alt für den Posten sein.

Hummels würde dagegen wie zuletzt auch Kehl eine langfristige Perspektive für das Kapitänsamt bei der Borussia bieten. Der Innenverteidiger spielte sich zuletzt bei der WM in Brasilien mit starken Leistungen und zwei Toren einmal mehr in den Vordergrund.

Zudem gilt Hummels als meinungsstarker Profi, fand unter anderem deutliche Worte in Richtung DFB, dem er im September 2013 mangelnde Kritikfähigkeit vorwarf.

Allenfalls als Außenseiterkandidaten auf die Kapitänsbinde gelten Nuri Sahin und Hummels‘ gerade erst von einem Kreuzbandriss genesener Innenverteidiger-Kollege Neven Subotic. Auch der Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz hat wohl keine Chance auf das Amt.

Der heute 34 Jahre alte Kehl war von BVB-Coach Jürgen Klopp nach dessen Amtsantritt im Sommer 2008 zum Spielführer beim BVB ernannt worden und trat damals die Nachfolge von Christian Wörns an.

„Diese verantwortungsvolle Aufgabe hat mich mit Spaß und Stolz erfüllt“, sagte Kehl bei seinem Rücktritt im Trainingslager in Bad Ragaz.

Er habe in seiner letzten Saison bei Borussia Dortmund nun noch „die Möglichkeit, meinem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und mit der gesammelten Erfahrung zu unterstützen.“

Seine Entscheidung habe er Verein und Trainer bereits gegen Ende der vergangenen Saison mitgeteilt. Dementsprechend wurde Klopp im Gegensatz zu vielen Beobachtern von Kehls Auftritt am Mittwoch nicht überrascht.

Wie einst den defensiven Mittelfeldspieler wird Klopp dessen Nachfolger wohl in den kommenden Wochen erneut selbst benennen.

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