Herbstmeister in der Fußball-Bundesliga, makellos in der Champions League – so ganz zufrieden ist Thomas Müller trotzdem noch nicht mit den Leistungen des FC Bayern.

„Wir stehen gut da, keine Frage“, sagte der Nationalspieler beim MagentaSport-Angebot FC Bayern.tv live: „Trotzdem habe ich manchmal noch das Gefühl, dass wir als Mannschaft und auch ich persönlich, dass wir es eigentlich noch ein bisschen besser können.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Der Rekordmeister lasse „auch noch viel liegen. Sowohl offensiv wie auch defensiv. Ich glaube es geht noch mehr. Ich schwanke immer noch so – sei nicht so streng. Aber andererseits: Der Anspruch muss noch mal ein höherer sein.“

Müller: „Dann willst du auch ins Finale“

In der ersten Saison unter Trainer Julian Nagelsmann (34) stehen die Münchner nach der jüngsten 5:0-Gala beim VfB Stuttgart schon vor dem Hinrundenabschluss am kommenden Wochenende als Herbstmeister fest, in der Champions League gewannen sie mit sechs Siegen aus sechs Spielen ihre Gruppe E.

„Wenn du so eine Gruppenphase spielst, dann willst du auch ins Finale kommen“, sagte Müller. Im Achtelfinale geht es im Februar und März gegen RB Salzburg.

Nagelsmann sei „ein Mensch, der erstens nach Erfolg strebt und auch was dafür tut. Und dementsprechend sich nicht zufriedengibt. Und er hat natürlich auch das Skill-Set, was du als Trainer brauchst.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Nagelsmann könne „Gegner analysieren, die eigene Mannschaft dementsprechend vorbereiten. Er ist ein guter Mensch, kann gut mit uns umgehen. Deswegen funktioniert es bisher ganz gut. Aber auch da – und das gehört ja zusammen – ist noch Luft nach oben. Ich denke, für die ersten paar Monate war es schon mal ein sehr gelungener Einstand.“

Müller über Bayern-Gen: „Hör mir doch auf“

In dem Talk äußerte sich Müller auch zu den Begriffen „Bayern-Gen“ und „Radio Müller“.

Der Nationalspieler dazu: „Bayern-Gen! Hör mir doch auf. Weißt was das Bayern-Gen ist? Das ist ganz leicht zu erklären. Die besten Spieler, die kommen zu Bayern und die haben sich ja aus einem gewissen Grund durchgesetzt bei anderen Vereinen. Weil sie einerseits Talent haben, auch Talent im Kopf und weil sie gelernt haben, sich gegen Widerstände durchzusetzen.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Die Auslosung fürs Champions-League-Achtelfinale wurde zur Farce. Wegen etlicher Fehler musste sie annulliert und dann am Nachmittag wiederholt werden. Nun meldet sich Müller auch zu Wort.

Die Auslosung fürs Champions-League-Achtelfinale wurde zur Farce. Wegen etlicher Fehler musste sie annulliert und dann am Nachmittag wiederholt werden. Nun meldet sich Müller auch zu Wort.

Und „wenn diese Ansammlung an Spielern zum FC Bayern kommt, bei uns spielt, dann ist es ja logisch, dass diese Truppe widerstandsfähiger ist, als Spieler, die in anderen Vereinen diesen Weg noch gehen müssen. Deswegen kommt es immer mehr zu Situationen, wo man immer mehr von einem Bayern-Gen spricht.“

Müllers Erklärung: „Aber eigentlich ist es nur, dass die besten Spieler hier spielen. Bester Spieler heißt nicht nur, dass der einen guten Schuss hat und schnell laufen kann. Bester Spieler heißt, dass der das gesamte Paket hat und dazu gehört natürlich diese Bissigkeit und Widerstandsfähigkeit dazu. Eigentlich relativ simpel!“

Radio Müller: „Liebevoll mit der Peitsche voll einen mitgeben“

Und der Begriff Radio Müller „ist ja auch so ein bisschen süffisant. Er trifft jetzt nicht so ganz genau das, was mit Kommunikation auf dem Platz gemeint ist. Natürlich, es geht um Kommandos, es geht um Information. Es geht für mich selber auch darum, im Spiel zu sein.“

Denn „wenn ich dabei bin, wenn ich viel spreche, dann bin ich auch wach. Dann bin ich bereit, wenn der Ball zu mir kommt. Das hilft mir selber auch. Natürlich soll es den Mitspielern helfen.“

Jeder brauche Aufforderungen, auch Müller selbst. „Man nimmt sich dann seine Pausen, die man sich eigentlich gar nicht geben will. Weil man denkt – vielleicht muss ich da jetzt nicht mit nach hinten laufen. Und wenn du dann einen hast, der dann liebevoll mit der Peitsche voll einen mitgibt, dann machst du die Meter.“

Müller wurde „über den Tisch gezogen“

Der 32-Jährige erinnerte sich auch augenzwinkernd an erste Vertragsverhandlungen mit Werner Kern, dem ehemaligen Nachwuchsleiter des FC Bayern, der ihn in seinen Anfangszeiten begleitete, zurück: „Da müssten noch Schleifspuren auf dem Tisch sein, über den er mich gezogen hat.“

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