Eine Woche ist sie nun her, die schlimme Demütigung für Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen. Doch vergessen ist sie noch lange nicht. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Die desaströse 2:5-Pleite ließ die Stimmung beim BVB in den Keller fallen – von den Fans gab es lautstarke Pfiffe, noch während der Partie musste sich Trainer Marco Rose Beschimpfungen von der Tribüne anhören.

Die verbalen Ausfälle kommen nicht von irgendwo her – der BVB hatte sich wieder einmal als Totalausfall präsentiert und den FC Bayern an der Tabellenspitze auf neun Punkte davon ziehen lassen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Die Leute kommen ins Stadion, um ihre Mannschaft nach vorne zu peitschen und dann legen wir uns die Eier regelmäßig selbst rein“, zeigte Rose im Nachgang des Spiels Verständnis für den Unmut der Fans.

BVB macht einen Schritt zurück

Sieben Monate nach seinem Amtsantritt kassierte der 45-Jährige im 31. Pflichtspiel mit dem BVB die elfte Niederlage. Dabei lieferten die Schwarzgelben ausgerechnet nach einer zweiwöchigen Spielpause mit genügend Vorbereitungszeit einen hilflosen Aufritt ab. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Während der spielfreien Zeit hatte Rose intern auf die Probleme hingewiesen sowie Zweikämpfe und Gegenpressing trainieren lassen. Doch statt einem Schritt nach vorne machte das Team am vergangenen Sonntag einen zurück.

Verschärfend kommt hinzu, dass Leverkusen genau so spielte, wie man es vor der Partie erwarten konnte. „Das eine ist, darüber zu reden und es zu erarbeiten. Das andere ist das Umsetzen“, versuchte es Rose mit einer Erklärung.

Rose-Vorgaben nicht umgesetzt

Letztlich gingen gegen Leverkusen vier der fünf BVB-Gegentore auf Gegenstöße nach Dortmunder Ballverlusten zurück. Teilweise schob das Rose-Team ohne jede Absicherung zu hoch vor und bot den Gästen damit zu viele freie Räume. Für die schnellen Außenspieler von Bayer war es somit ein Leichtes, die Borussen nach Ballgewinn zu überwinden.

n

HERE SHOULD BE OZ VIDEO – EMBED IT AGAIN WITH VIDEO ID: 08EDCEBF-D90D-41F0-9C70-918DF2D068A1
nCAPTION: Nach Klatsche gegen Leverkusen: Stimmungstief bei Borussia Dortmund
nDESCRIPTION: Borussia Dortmund muss das Leverkusen-Ergebnis in Berlin ohne Haaland geraderücken. Der BVB-Topscorer wird am Sonntag erneut fehlen. Marco Rose äußert sich außerdem über Ersatz-Stürmer Youssoufa Moukoko.

n

„Wir halten uns nicht an die Vorgaben. Dafür werden wir bestraft“, meinte ein niedergeschlagener Kapitän Marco Reus. Der jüngste Aufritt kann den Anschein erwecken, als hätten einige BVB-Profis die Spielidee von Rose noch nicht verinnerlicht.

Doch auf die Frage, ob er sich von seiner Mannschaft im Stich gelassen fühle, bezog der Trainer sich selbst mit ein und sagte: „Ich bin ein Teil der Gruppe.“

Rückt Rose von seiner Spielidee ab?

Bereits Ende Januar hatte Julian Brandt in einer Medienrunde betont, dass die Umstellung auf das Pressing unter Rose Zeit benötige. „Wir spielen ein sehr hohes und sehr extremes Pressing. Und ich glaube nicht, dass man das innerhalb von Monaten perfektionieren kann“, so der Mittelfeldspieler.

Doch auch wenn Rose beim BVB derzeit wohl fest im Sattel sitzt, sollte sich der Knoten langsam aber sicher lösen. Schließlich ist Dortmund schon in der Champions League und im DFB-Pokal ausgeschieden – es bleibt nur noch die Europa League als letzte Hoffnung.

Eine mögliche Alternative wäre, dass Rose von seiner Spielidee abrückt, da der Kader während der restlichen Saison nicht mehr groß verändert werden kann. Doch darauf deutet beim BVB trotz der Probleme im Umschaltspiel derzeit nichts hin.

Rose hielt bislang auch gegen Gegner wie Leverkusen, die in Windeseile vom eigenen Tor zum generischen Strafraum stoßen können, an seinem grundsätzlichen Plan fest.

BVB agiert zu unbeständig

Und auch wenn Dortmund derzeit neun Punkte von einem Nicht-Champions-League-Platz entfernt ist – mit einer Niederlage bei Union Berlin (Bundesliga: Union Berlin – Borussia Dortmund ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) würde man dem nächsten direkten Konkurrenten Punkte überlassen – und sich damit auf dem Weg zum Saisonziel befindet, sind sechs Niederlagen und 36 Gegentore nach 21 Spieltagen viel zu viel.

Nach Niederlagen wie gegen Leverkusen bleiben beim BVB immer dieselben Aussagen und negativen Gefühle zurück, auch wenn es dazwischen Ausreißer nach oben gibt, wie zum Beispiel das 5:1 gegen den SC Freiburg.

Für Rose kommt erschwerend hinzu, dass sein Vorgänger Edin Terzic – im Vergleich zu ihm – mit dem DFB-Pokal einen Titel gewinnen konnte. Dem ehemaligen Gladbach-Trainer bietet sich nur noch der potenzielle Gewinn der Europa League.

Dieser dürfte bei weiteren Dortmundern Totalausfällen allerdings angesichts des K.o.-Systems nur schwer zu realisieren sein. Dann bleibt es auch spannend, was die persönliche Zukunft von Rose beim BVB bringt.

Alles zur Bundesliga bei SPORT1: