Bei dieser Frage musste Julian Nagelsmann lachen.
„Ich verspüre jetzt keine große Trauer“, sagte der Trainer des FC Bayern, als er auf das möglicherweise letzte Bundesliga-Duell zwischen Robert Lewandowski und Erling Haaland am Samstag (18.30 Uhr im LIVETICKER) angesprochen wurde. „Was der Haaland macht, weiß ich nicht“, beschwichtigte Nagelsmann. „Und Lewy wird weiter bei uns ballern.“
So klar ist das allerdings nicht. Lewandowski hat beim deutschen Rekordmeister zwar noch einen Vertrag bis 2023, spielt aber mit Wechselgedanken. Eine Entscheidung über einen möglichen Abschied aus München soll in den nächsten Wochen fallen – nach den Gesprächen der Bayern-Bosse mit Pini Zahavi, dem Berater des polnischen Angreifers. (Das erwartet Niklas Süle gegen Dortmund)
BVB-Stars genervt von Haaland
Unabhängig davon spricht vieles dafür, dass sich der aktuelle Weltfußballer und der, der es unbedingt werden will, nur noch einmal in der Allianz Arena aufeinandertreffen. The Last Dance sozusagen. Denn Haalands Abschied aus Dortmund ist so gut wie beschlossen, Manchester City im millionenschweren Wettbieten nach SPORT1-Informationen in der Pole Position.
Bei dem Duell der Spitzenteams FC Bayern München gegen Borussia Dortmund hoffen diese Spielerfrauen auf Tore ihrer Männer.
Mit Klarheit darf man auch hier zeitnah rechnen – was nicht nur den Großteil der BVB-Anhänger freuen dürfte. Dass Haalands Zukunft ständig Thema ist, nervt inzwischen sogar einige Spieler in der BVB-Kabine. Mindestens angespannt ist auch die Stimmung an der Säbener Straße, wo Lewandowski schon seit mehreren Wochen nicht den allerglücklichsten Eindruck hinterlässt, sondern vielmehr mit schlechter Laune aneckt. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Kritik an Nagelsmanns Taktik und Trainingsformen, dazu Beschwerden bei Mitspielern – der 33-Jährige war zuletzt mehr Stinkstiefel als Teamplayer. Allerdings wirkte sich das bis auf das bayerische Kollektiv-Versagen beim 0:1 in Villarreal nicht wirklich auf seine eigene Leistungen aus.
Lewandowski mit Fabelzahlen
Er lieferte Tor um Tor, war nach SPORT1-Informationen in den vergangenen Tagen auch wieder einer der besten Akteure im Training. Beweisen muss Lewandowski, seit 2014 beim FCB, ohnehin keinem mehr etwas. Mit 32 Treffern (zwölf mehr als sein erster „Verfolger“ Patrik Schick) ist ihm die insgesamt siebte Torjägerkanone so gut wie nicht mehr zu nehmen. Dieses Kunststück gelang vor ihm nur dem legendären Gerd Müller.
Lewandowskis Bilanz gegen seinen Ex-Klub BVB von 18 Siegen und 26 Toren in 25 Spielen liest sich auch nicht allzu schlecht. Haaland hingegen hat noch kein einziges Spiel gegen den Branchenprimus aus München gewonnen. Ein Makel, den er vor seinem Abschied aus Dortmund gerne noch beseitigen würde – wenngleich er immerhin auf fünf Treffer gegen den Rekordmeister kommt. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
„Beide Stürmer sind aufgrund ihrer Quote und Torgefährlichkeit ein absolut spielbestimmender Faktor in ihren Mannschaften. Sie haben im Detail natürlich andere Stärken“, sagt BVB-Coach Marco Rose über die beiden Goalgetter. Lewandowski sei noch erfahrener und kompletter. „Er lässt sich ins Mittelfeld fallen, spielt sehr viel mit, hat einen herausragenden ersten Kontakt, ein gutes Kopfballspiel und einen guten Abschluss. Das ist ein komplettes Paket!“
Die Zukunft von Robert Lewandowski und Erling Haaland ist immer noch offen. Beide Superstürmer sorgen dabei für Unruhen bei ihren Vereinen.
„Irgendwann ist immer eine Ära vorbei“
Haaland habe sich seit seinem Wechsel aus Salzburg nach Dortmund im Januar 2020 jedoch ebenfalls „enorm weiterentwickelt“. Rose lobt: „Sein Kopfballspiel ist besser geworden, im Umschaltspiel ist er mit seinem Speed eine Waffe. Sobald der Ball bei ihm Richtung Box kommt, weiß er ganz genau, wo das Tor steht und wie er sich zu positionieren hat.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Davon werden die Schwarz-Gelben nicht mehr allzu lange profitieren. Rose weiß: „Wenn du Spieler mit der Qualität verlierst, macht das immer was mit der Mannschaft. Das musst du erstmal auffangen. Aber irgendwann ist immer eine Ära vorbei.“
- „Die Dortmund-Woche“, der SPORT1 Podcast zum BVB: Alle Infos rund um Borussia Dortmund – immer dienstags auf podcast.sport1.de, in der SPORT1 App, auf Spotify, Apple Podcasts, Podigee und überall, wo es Podcasts gibt
Zwangsläufig auch in München. Lewandowski ist mit seinen 33 Jahren zwar noch immer in einer „unfassbaren körperlichen Verfassung“, wie dessen Ex-BVB-Kollege Ilkay Gündogan im SPORT1-Interview sagt. Aber: „Wenn man so lange in einem Land und einer Liga spielt wie er, ist es völlig legitim, dass man sich vielleicht Gedanken macht.“
Alles zur Bundesliga bei SPORT1:
- Alle Bundesliga News
- Spielplan & Ergebnisse der Bundesliga
- Bundesliga Liveticker
- Tabelle der Bundesliga
- Bundesliga Highlight-Videos
- Statistiken der Bundesliga