Die Verantwortlichen der Bundesliga-Klubs werden immer nervöser, das Geschäft immer schnelllebiger.
Mit Frank Kramer wurde nach dem 10. Spieltag bereits der fünfte Trainer in der Bundesliga entlassen. Vor ihm mussten schon Thomas Reis, Gerardo Seoane, Pellegrino Matarazzo und Domenico Tedesco ihre Plätze räumen.
In der Historie der Bundeliga ist das ein Rekord. In der Saison 1979/80 wurden nach dem 10. Spieltag zwar auch schon fünf Trainer entlassen, jedoch nur von vier Vereinen.
1860 München zog damals gleich zweimal die Reißleine und hatte nach dem zehnten Spieltag bereits Eckhard Krautzun und Alfred Baumann gefeuert.
Auch international: Geschäft wird immer rücksichtloser
Es ist ein Geschäft, bei dem die Verantwortlichen immer rücksichtsloser werden und ihr knapp bemessenes Vertrauen in Trainer immer schneller schwindet. Einer der das miterlebte und 2020 nach nur drei Monaten auf Schalke entlassen wurde, ist Manuel Baum.
Der FC Schalke hat sich von Trainer Manuel Baum getrennt, der in zehn Spielen keinen einzigen Sieg einfahren konnte. Huub Stevens übernimmt.
„Leider kannst du als Trainer fast nur kurzfristig denken“, sagte der 43-Jährige dem Sport-Informations-Dienst im Rahmen des Spielmacher-Kongresses in Köln und bemängelte die durchschnittliche Trainer-Amtszeit. „In Deutschland haben wir mittlerweile eine Halbwertszeit von elf Monaten“,
Doch ist es weniger ein inländisches Problem, als eine Eigenschaft des Fußballgeschäfts. Denn im internationalen Vergleich liegt die Bundesliga gleichauf mit der englischen Premier League, wo unter anderem Steven Gerrard und Thomas Tuchel entlassen, und der Ligue 1, wo Ex-Leverkusen-Trainer Peter Bosz in Lyon freigestellt wurde. In der Serie A sind es vier Trainer, während es in Spanien erst zwei Trainer-Entlassungen gab.
Trainer finden nach fünf Jahren keinen Job mehr
„Es wäre spannend, wenn sich die Vereine mehr mit strategischen Themen beschäftigen würden“, wünschte sich Baum deswegen, der sich sorgte, da der „Trainerlebenszyklus“ immer kürzer werde. „Wenn du nach fünf Jahren, abgesehen von den Top-Trainern, vielleicht nicht mehr so gefragt bist, was machst du denn dann?“
Seine Antwort: „Nebenbei ein zweites Standbein aufbauen, um in schwierigen Situationen authentisch entscheiden zu können.“ Eine weitere Lösung wäre mehr Geduld der Verantwortlichen, denn häufig zahlt sich Vertrauen langfristig aus, während durch viele Wechsel auf der Trainerbank nur kurzfristige Impulse gesetzt werden.
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