Vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison hat Dietmar Hamann die deutschen Nationalspieler in die Pflicht genommen.
„Alle müssen sofort in der Bundesliga damit anfangen, EM-Euphorie zu entfachen“, sagte der Ex-Bayern-Profi bei Bild: „Du kannst nicht in der Liga mittelmäßig spielen – und dann bei der EM Bäume ausreißen wollen.
„Muss vorbei sein, sich hinter Pseudo-Dingen zu verstecken“
Auch in Bezug auf Bundestrainer Hansi Flick wurde Hamann deutlich. Dieser habe sein Team „lange genug verteidigt, meiner Meinung nach zu lange. Ab sofort muss es vorbei sein, sich hinter irgendwelchen Pseudo-Dingen zu verstecken.“
Nicht nur die DFB-Elf, auch der FC Bayern kommt trotz Last-Minute-Meisterschaft aus einer turbulenten und enttäuschenden Saison.
Experte „eher skeptisch“ bei Bayern
„Bei Bayern hat es wieder viele Veränderungen gegeben“, sagte Hamann, „ob das alles schnell zum Besseren führt, werden wir sehen. Ich bin da eher skeptisch.“
Auch deshalb hat der Experte die Hoffnung auf einen anderen Meister als den FCB noch nicht aufgegeben. Doch Borussia Dortmund ist für Hamann dieses Jahr nicht der gefährlichste Bayern-Jäger.
„Ich glaube, wir werden eher einen anderen Meister sehen, bevor es der BVB wird“, prognostiziert der Europameister von 1996: „Den Dortmundern wird das dramatische Saisonfinale noch länger nachhängen, einigen vielleicht die ganze Karriere lang, befürchte ich.“
Nicht BVB, nicht Bayern: Hamanns spannender Meister-Tipp
Zwar haben die Borussen wie auch RB Leipzig „gut eingekauft“, doch Hamann wünscht sich nach dem Meister-Drama „noch ein, zwei neue, unbelastete Spieler mehr“ in der Terzic-Elf.
Zunächst brachte er im Bild-Interview Bayer Leverkusen ins Spiel. „Wirtz ist wieder voll da, dazu kommt Hofmann, der in einer besseren Mannschaft noch besser wird. Xhaka wird ihnen helfen. Und sie haben sich toll entwickelt unter Trainer Xabi Alonso.“ Mit der Werkself, Fünfter der Vorsaison, verbindet Hamann „große Hoffnung“.
Wenig später bei einer Sky-Veranstaltung rief er jedoch Leipzig als seinen persönlichen Favoriten aus. „Mit Lois Openda haben sie einen Spieler geholt, der viele Tore machen wird“, außerdem wird „Bayern München Probleme bekommen“, prognostizierte Hamann.
Kane-Poker: Hamann spricht Klartext
Dem Titelverteidiger aus München rät er indes von einem Transfer von Harry Kane (Tottenham Hotspur) ab: „Für die Bundesliga und die Bayern wäre es super, aber für das Geld würde ich es nicht machen.“ Große Stücke setzt Hamann hingegen auf den jungen Mathys Tel, der „in der Liga auch 20 Tore schießt“.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)