Deutliche Worte von Ex-Köln-Boss Horst Heldt: Der 54-Jährige hat mit seinem früheren Klub abgerechnet – und den Geißböcken einen noch größeren Absturz prophezeit.

„Die Situation ist nicht nachhaltig konkurrenzfähig – in der Situation, in der man sich befindet. Das Präsidium verfolgt eine Ideologie, und danach müssen sich die Verantwortlichen und Geschäftsführer eben richten“, befand Heldt im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1.

Auch er habe „nicht immer Entscheidungen getroffen, die alle richtig waren, das ist Part of the Game – aber nun ist es, sehenden Auges ins Unglück zu stürzen. Es ist keine Philosophie, die konkurrenzfähig ist“, erklärte er weiter.

Köln vor Abstieg?

Nach dem 0:4 gegen den BVB in der Bundesliga stehen die Geißböcke in der Tabelle weiter auf dem 17. Platz und haben gerade einmal elf Zähler in 17 Partien gesammelt. Zudem haben sich mit Davie Selke und Luca Waldschmidt jüngst zwei große Hoffnungsträger verletzt und fallen lange aus.

Besonders bitter: Nach einem Rechtsstreit mit dem slowenischen Klub Olimpija Ljubljana dürfen die Kölner ein Jahr lang keine neuen Spieler registrieren. Der CAS bestätigte jüngst das Urteil.

„Da wurden ganz entscheidende Fehler begangen, das muss man schon so sagen“, meinte Heldt. „Es hätte vor dem CAS-Urteil Möglichkeiten zur Einigung gegeben mit dem Klub. Dieses Risiko hätte man also minimieren müssen.“

Bei Köln falle auf, „dass die Sportkompetenz fehlt. Ich halte viel von Leuten wie Erich Rutemöller, aber wenn man Berater hat, muss man ihnen auch zuhören. Die einzige Chance, die sie haben, ist, im Verbund zu agieren. Aber es ist mehr als lächerlich, bis heute immer noch nicht zu verraten: Wer hat das Ganze zu verantworten und in Gang gesetzt? Darauf haben die Fans doch ein Recht. So etwas muss doch beantwortet werden.“

Heldt hatte von November 2019 bis Mai 2021 als Geschäftsführer Sport bei den Geißböcken gearbeitet.