Die Fans des VfB Stuttgart haben sich in den Machtkampf beim Tabellendritten der Bundesliga eingeschaltet. „Mitglieder verkauft und verraten – ihr habt zwei Wochen Zeit, diesen Fehler zu korrigieren“, stand auf einem Banner, das am Samstag im Bundesligaspiel bei der TSG Hoffenheim (3:0) im Gästeblock gezeigt wurde. An wen das Banner konkret gerichtet war, blieb unklar.

Im ZDF wurde VfB-Trainer Sebastian Hoeneß am Samstagabend auf das Banner angesprochen. „Mir ist nicht danach darüber zu sprechen! Ich glaube, dass können sie nach so einem Spiel auch nachvollziehen. Die Jungs haben eine super Leistung gezeigt, und das muss in den Fokus“ verdeutlichte er.

Er wolle die Mannschaft und dessen Leistung in den Vordergrund stellen, „und nicht anderes“. Als der Reporter ein weiteres Mal nachhakte, wich der Erfolgs-Coach aus und die eigentliche Frage blieb unbeantwortet. Anschließend gab Sven Voss im aktuellen Sportstudio bekannt, dass auch die Vereins-Verantwortlichen sich nicht zu der Thematik äußern wollte.

Hoeneß genervt: „nicht viel zu sagen…“

Die 54 Jahre alte Rechtsanwältin Tanja Gönner wurde am vergangenen Dienstag an die Spitze des Aufsichtsrates gewählt, die frühere Ministerin in Baden-Württemberg folgte auf Vereinspräsident Claus Vogt. Vogt wehrt sich gegen seine Abwahl und beruft sich dabei auf ein Versprechen des früheren Präsidenten Wolfgang Dietrich. Dieser hatte im Rahmen der Ausgliederung der Profisparte 2017 erklärt, „dass der gewählte Präsident des e.V. auch das Kontrollgremium anführen müsse“.

Hoeneß wurde gefragt, wie er die Situation rund um Gönner denn bewerte. „Sie fragen mich eine Dreiviertelstunde nach einem unglaublichen Spiel, von daher gibt es von meiner dazu nicht viel zu sagen“, entgegnete er und wirkte dabei genervt.

Der Vorstand der Schwaben rief am Freitag zu Ruhe und Geschlossenheit auf. Die aktuelle Situation auf vereinspolitischer Ebene sei „eine besondere Belastung auf praktisch allen Ebenen und kommt zur Unzeit“, hieß es in einer Stellungnahme. Das Gremium um den Vorsitzenden Alexander Wehrle wolle in einer „kompakten Arbeitsgruppe aktiv an der formalen Klärung bestehender Problemstellungen“ arbeiten.

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Mit SID (Sport-Informations-Dienst)