Manuel Gräfe hat das Tor von Harry Kane im Bundesliga-Klassiker zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund für regelkonform befunden. Trotzdem äußerte der ehemalige Topschiedsrichter deutliche Kritik an Bastian Dankert, dem Referee des Topspiels.

Dieser hatte beim zwischenzeitlichen 1:0 von Kane auf einen Pfiff verzichtet, obwohl der Engländer die Hände am Rücken von BVB-Spieler Serhou Guirassy hatte. Auch auf eine Ansicht der TV-Bilder verzichtete er.

Manuel Gräfe erklärt die Aufreger-Szene um Harry Kane
Manuel Gräfe erklärt die Aufreger-Szene um Harry KaneManuel Gräfe erklärt die Aufreger-Szene um Harry Kane

„Großzügig, aber noch vertretbar“, schrieb Gräfe bei X. Im Strafraum werde viel gearbeitet und „umgekehrt wäre es auch kein Elfer!“

FC Bayern vs. BVB: Gräfe zeigt Verständnis für Kovac

Gräfe monierte allerdings die in seinen Augen fehlende Linie in Dankerts Entscheidungen. Bei „Zweikampfführung und persönlichen Strafen zu schwammig“, meinte er und erklärte weiter: „Keine klare und für alle nachvollziehbare Linie, weshalb die Akzeptanz auch zu dann vertretbaren oder gar richtigen Entscheidungen verloren ging, wodurch es unnötig hektischer wurde.“

Dankert sei beim 2:1-Erfolg der Bayern mal zu großzügig, des Öfteren aber auch zu kleinlich gewesen.

Gräfe äußerte daher Verständnis für Dortmunds Trainer Niko Kovac, der ähnlich argumentiert hatte. „Für mich ist das aufgrund seiner Entscheidung, kleinlich zu pfeifen, eine klare Fehlentscheidung. Er hätte das zurücknehmen müssen“, hatte der BVB-Coach zum Kane-Treffer gesagt.

Dankert ist sich sicher, Gräfe kritisiert

Dankert wiederum meinte: „Es ist kein Push, kein Stoß in den Rücken von Guirassy. Dementsprechend war ich mit meiner Entscheidung sehr sicher, dieses Tor anzuerkennen.“

„Ein Ref muss nachvollziehbar und gleich im Beurteilungsmaßstab sein, denn das führt zu Akzeptanz”, beschloss Gräfe: „Das gelang Dankert und seinem Team vielleicht noch in den Big Points, aber viele Kleinigkeiten führten so leider zu vielseitiger, nachvollziehbarer Kritik während und auch nach dem Spiel.“

Einen Kritikpunkt führte er dabei selbst noch an: BVB-Star Julian Ryerson habe „viel Glück“ gehabt, dass er nach Gelb nicht Gelb-Rot oder Rot bekam.