Harry Kane hatte bereits drei Tore erzielt, das Spiel des FC Bayern gegen den 1. FC Köln trudelte der Übergabe der Meisterschale entgegen, da lieferte der Engländer noch einmal einen eindrucksvollen Beweis dafür, das er alles andere ist als ein egoistischer Torjäger vom Dienst: An der eigenen Torauslinie packte Kane eine Grätsche aus, es war eine Szene, in der sich noch einmal die ganze Entschlossenheit, der Charakter dieser Münchner Mannschaft verdichtete – wohlgemerkt beim Stand von 5:1, wenige Minuten vor dem Ende der Bundesliga-Saison.
„Wir wollten das hier mit einem Sieg beenden, mit einer großartigen Leistung, und genau das haben wir getan“, sagte Kane – eine Aussage, die er eindrucksvoll vorlebte. Als persönlichen Lohn erhielt der 32-Jährige zum Abschluss der Bundesliga-Saison die kicker-Kanone für den besten Torjäger, zum dritten Mal nacheinander: 36 Treffer, 26 Treffer, nun, nach dem dritten Dreierpack dieser Spielzeit, erneut 36 Treffer – darunter waren zehn verwandelte von elf Strafstößen.
Kane wäre nicht Kane, reklamierte er den Gewinn der Trophäe als persönlichen Erfolg. „Ein großes Dankeschön an die Mitspieler, an den gesamten Staff, die mir geholfen haben, das zu erreichen“, sagte er und betonte: „Ich nehme so etwas nie als selbstverständlich hin, weil es nicht einfach ist. Du musst trotzdem die harte Arbeit reinstecken und die Mentalität haben, immer weiter zu pushen. Das hier ist nur ein weiteres Beispiel dafür.“
Und somit auch ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr Kane den FC Bayern mit der Vielseitigkeit eines Schweizer Taschenmessers prägt, auch an einem Tag, an dem es sportlich im Grunde genommen um nichts mehr ging. Kein Wunder, dass die Münchner Kanes Vertrag so schnell wie möglich über 2027 hinaus verlängern wollen.