Jamal Musiala ist knapp ein Jahr nach seiner schweren Verletzung wieder in den USA. Ganz der Alte ist der deutsche Nationalspieler des FC Bayern kurz vor der WM noch nicht.

„Zuerst wusste ich nicht, wie mein Bein reagieren würde. Aber man muss positiv bleiben und dem Prozess vertrauen“, sagte Musiala in einem ausführlichen Interview mit der L’Équipe, in dem es vor allem um seinen langen Weg zurück ging. Geführt wurde das Gespräch vor dem Finale im DFB-Pokal.

Jamal Musiala spricht über seine schwere Verletzung und den Weg zurück zu alter Stärke
Jamal Musiala spricht über seine schwere Verletzung und den Weg zurück zu alter StärkeJamal Musiala spricht über seine schwere Verletzung und den Weg zurück zu alter Stärke© IMAGO/Jan Huebner

„Über den mentalen Aspekt könnte ich eine Stunde lang reden“, betonte Musiala über die Herausforderungen des vergangenen Jahres: „Das Schwierigste ist der Wunsch, wieder auf das alte Niveau zu kommen, ohne dass das schnell geht.“

„…, was mein Glück ein wenig schmälert“

Er habe nach seiner Rückkehr Höhen und Tiefen erlebt, was normal sei: „Es gibt Momente, in denen man die Grenzen seines Körpers spürt, und andere, in denen man sich erst wieder an die Mannschaft gewöhnen muss.“

Es gebe so viele Dinge, „auf die man mental vorbereitet sein muss.“ Generell wähnt er sich aber auf dem richtigen Weg, verriet Musiala: „Es hätte schlimmer kommen können. Ich stelle hohe Ansprüche an das, wo ich gerne wäre, und das ist nicht dort, wo ich gerade bin, was mein Glück ein wenig schmälert.“

Aber dank der Unterstützung durch Familie, Teamkollegen und Fans ist sich der junge Star sicher: „Meine Zeit wird kommen.“

Musiala ist Kompany dankbar

Unterstützt wurde Musiala auf dem Weg zurück auch von Bayerns Trainer Vincent Kompany, dem er entsprechend dankbar ist.

Obwohl der Coach auch viele andere Dinge zu tun habe, „war er immer noch da, um mir zuzuhören. Dass man sich mit ihm frei unterhalten kann, ist ein Pluspunkt.“ Überhaupt verfüge Kompany als Ex-Profi über ein gutes Verständnis für seine Spieler: „Das ist ein Grund für die guten Ergebnisse – die Familie, die wir bilden.“

Musiala und Olise gute Freunde?

Zu dieser Familie gehört auch Michael Olise, den er schon aus gemeinsamen Tagen in der Nachwuchsakademie des FC Chelsea kennt: „Es war eine Freude und ist es immer noch. Er hat sich zu einem der Besten der Welt entwickelt. Er wird sich nur noch weiter verbessern, und es ist toll, das aus nächster Nähe mitzuerleben.“

Ob er eine enge Verbindung zu dem Franzosen habe? „Ich würde sagen, wir waren schon immer gute Freunde, aber ich weiß nicht, was er dir dazu sagen würde“, witzelte Musiala, ehe er Olise für dessen Einstellung zum Fußball lobte: „Er ist einer der fleißigsten Spieler, die ich kenne. Er nimmt seinen Job sehr ernst. Um sein Niveau zu erreichen, darf man sich im Training keine allzu großen Nachlässigkeiten leisten. Im Alltag bleibt er jedoch sehr gelassen. Ich bewundere seine Einstellung.“