Zwei Spiele, null Tore – aber noch alles offen für den BVB!
Nach dem Schlusspfiff wussten sie in Dortmund nicht so recht, was ihnen dieses 0:0 gegen den AC Mailand in der Hammergruppe F noch bringen wird. „Es ist nicht so, dass wir zufrieden in der Kabine saßen“, sagte Julian Brandt nach dem zweiten sieglosen Gruppenspiel.
Gegen den 19-maligen italienischen Meister zeigten die Dortmunder am Mittwochabend vor 81.635 Fans zwar eine ordentliche Leistung, verteidigten gut, ließen aber im Angriff die nötige Durchschlagskraft vermissen. „Es ärgert mich, dass wir heute kein Tor geschossen haben“, haderte Niclas Füllkrug: „Wir hatten sehr viele gute Aktionen, es ist aber kein Tor rausgekommen.“
Das fordert Füllkrug von den BVB-Kollegen
Der wuchtige Stürmer, der zu selten mit Hereingaben gefüttert wurde, stellte eine klare Forderung an seine Teamkollegen: „Ich würde mich über jede Flanke freuen, die kommt“, so der Nationalstürmer.
„Es wird immer gefährlich, wenn der Ball reinkommt. Wir haben unsere Stärken auf außen, aber müssen noch mehr in den gefährlichen Bereich reinspielen“, fügte er an: „Wir sind manchmal ein Stück weit zu verspielt. Wir müssen zielstrebiger werden. Sonst hätten wir das Spiel heute gewonnen.“
Das Offensiv-Problem bei Borussia Dortmund
Das fand auch Torwart Gregor Kobel: „Wir müssen früher flanken, mit Füllkrug haben wir jemanden vorne drin, der die Bälle verarbeiten kann.“ Einzig: Der Ex-Bremer bekam zu wenige Hereingaben.
Ein Grund im Übrigen auch, wieso Trainer Edin Terzic in der Schlussphase den kleinen, quirligeren Youssoufa Moukoko anstelle des lang gewachsenen Sébastien Haller brachte: „Wir hatten das Gefühl, dass wir wenig Flankenaktionen hatten, wenig Aktionen hatten, wo wir den Stürmer mit dem Rücken zum Tor anspielen“, erklärte der Coach.
Es ist, wie so oft in dieser Saison: Bis zum Strafraum spielen die technisch versierten Donyell Malen, Felix Nmecha, Jamie Bynoe-Gittens oder Karim Adeyemi gut, doch der letzte Ball kommt zu selten an.
„Die letzte Idee, das letzte Durchsetzungsvermögen hat uns gefehlt“, monierte auch Brandt. „In der gegnerischen Box war das zu wenig! Wir müssen mehr Tore schießen, das hat uns immer ausgezeichnet. Wir sind als Borussia Dortmund nach vorne einen anderen Fußball gewohnt!“
Nach acht Pflichtspielen in Bundesliga und Champions League haben die Dortmunder bislang nur acht Treffer erzielt – und nur eines davon von einem echten Stürmer (Füllkrug) – zu wenig!
Und: Laut Sofascore haben sich die Borussen in der Champions League noch keine einzige Großchance in 180 Minuten erarbeitet. Damit liegt die Mannschaft von Trainer Erdin Terzic auf dem letzten Platz, denn alle anderen Klubs weisen mindestens eine Großchance auf.
Der Torknoten muss dringend platzen beim BVB, sonst droht ein schnelles Ende in der Königsklasse.