Einmal standen sich Paris Saint-Germain und der FC Bayern in dieser Champions-League-Saison schon gegenüber. Beim 2:1-Sieg des deutschen Rekordmeisters Anfang November während der Ligaphase war es vor allem ein Spieler, der dem Spiel in Paris seinen Stempel aufdrückte: Luis Díaz. Der Kolumbianer brachte die Münchner mit zwei Treffern früh mit 2:0 in Führung – ehe sich die Partie für ihn dramatisch wendete. 

Kurz vor der Pause wurde Díaz nach einem rüden Einsteigen gegen PSG-Rechtsverteidiger Achraf Hakimi des Feldes verwiesen. Von hinten und mit beiden Beinen ging er in den Zweikampf, traf Hakimi am Sprunggelenk. Der Marokkaner blieb unter Schmerzen liegen und hielt sich die Hände vors Gesicht. RMC Sport sprach von einer „schrecklichen Grätsche“, Le Parisien sogar von einem „abscheulichen Tackling“.

Achraf Hakimi und Luis Diaz treffen erneut in der Champions League aufeinander
Achraf Hakimi und Luis Diaz treffen erneut in der Champions League aufeinanderAchraf Hakimi und Luis Diaz treffen erneut in der Champions League aufeinander© IMAGO/NurPhoto

Am Dienstag (ab 21 Uhr im LIVETICKER) kommt es nun zum brisanten Wiedersehen der beiden Akteure.

Bei Díaz-Foul: Hakimi verletzte sich schwer

Zur Erinnerung: Für Hakimi hatte die Szene damals bittere Konsequenzen. Der frühere Dortmunder musste nach dem Foul von Díaz unter Tränen gestützt vom medizinischen Personal den Platz verlassen. Später schlich er auf Krücken und mit Spezialschuh am linken Fuß aus dem Prinzenpark – das alles ausgerechnet an seinem 27. Geburtstag.

Laut offiziellen Angaben zog er sich eine „schwere Verstauchung des linken Sprunggelenks“ zu und fiel mehrere Wochen aus. 

„Das ist eine südamerikanische Doppel-Grätsche. So oft gesehen in der Intensität von hinten, da kann man nicht diskutieren“, ordnete Mats Hummels die Aktion im Anschluss bei Amazon Prime deutlich ein.

Joshua Kimmich beschrieb die Szene aus seiner Sicht etwas anders: „Der Lucho war ein bisschen übersäuert in der Situation, ein bisschen sauer, dass er den Ball verliert”. Díaz habe „eigentlich neben den Mann gegrätscht und Hakimi wollte seinen Körper reinstellen und dadurch trifft er ihn unten.“

Auch PSG-Trainer Luis Enrique gab sich nachsichtig. „Fußball ist ein Kontaktsport. Es ist schade für Hakimi“, sagte er und erinnerte – wie auch Bayern-Trainer Vincent Kompany – an eine ähnliche Situation auf der Gegenseite. Jamal Musiala hatte sich vier Monate zuvor in Atlanta bei der Klub-WM im Viertelfinale gegen PSG schwer am linken Bein verletzt, nachdem Torhüter Gianluigi Donnarumma bei einem Zusammenprall unglücklich auf dessen Bein gefallen war. 

Hakimi schafft es noch zum Afrika-Cup

Am Tag nach dem heftigen Foul äußerte sich schließlich auch Luis Díaz selbst.

„Es war ein Abend voller Emotionen“, teilte der 28-Jährige auf seinem Account bei Instagram mit: „Der Fußball erinnert uns immer wieder daran, dass in 90 Minuten alles passieren kann – im Guten wie im Schlechten. Ich war traurig, dass ich das Spiel nicht mit meinen Teamkollegen zu Ende bringen konnte, aber bin stolz auf ihren unglaublichen Einsatz.“ 

Eine öffentliche Entschuldigung an Hakimi blieb zwar aus, doch zumindest richtete er Genesungswünsche an seinen Gegenspieler: „Ich wünsche Hakimi eine schnelle Rückkehr auf den Platz.“ Díaz verpasste anschließend die Spiele beim FC Arsenal (1:3) und gegen Sporting Lissabon (3:1) rotgesperrt.

Hakimi wiederum musste lange um seine Teilnahme am Afrika-Cup bangen, kehrte dort aber im letzten Gruppenspiel Marokkos Ende Dezember gegen Sambia auf den Platz zurück.

Bekommt PSG Bayern-Star Díaz in den Griff?

Wenn Paris Saint-Germain und der FC Bayern am Dienstagabend im Halbfinal-Hinspiel der Champions League aufeinandertreffen, kreuzen sich auch die Wege von Hakimi und Luis Díaz erneut.

Der Marokkaner war zuletzt angeschlagen, soll laut Trainer Luis Enrique aber rechtzeitig fit geworden sein und gilt damit als Startelfkandidat. Entsprechend rückt das direkte Duell der beiden einmal mehr in den Fokus und dürfte zu einem der prägenden Elemente der Partie werden.

Im Duell der Ligaphase gelang es Hakimi und PSG nicht, Díaz entscheidend zu kontrollieren – und trotz der langen Überzahl schaffte Paris nicht mehr den Ausgleich. Diesmal wird Hakimi alles versuchen, um Diáz von Beginn an besser zu kontrollieren. Der Bayern-Star dürfte derweil versuchen, bis zum Ende des Spiels auf dem Platz zu stehen.