Für viele unterklassige Fußball-Klubs ist es der Traum: Einmal im DFB-Pokal gegen den FC Bayern antreten. Einmal gegen Superstars wie Leroy Sané, Joshua Kimmich oder Harry Kane antreten – eine einmalige Chance für einen normalsterblichen Fußballer.

Doch die Vorfreude bei Sascha Hildmann, Trainer von Preußen Münster, ist getrübt. „Ich finde den Termin noch immer nicht gut“ – mit dieser Aussage überraschte Hildmann einen Tag vor dem Duell mit dem Rekordmeister (Dienstag, ab 20.45 Uhr – im SPORT1-Liveticker).

Warum sich der Drittliga-Aufsteiger über die doch eigentlich so prominente Ansetzung am Dienstagabend ärgert?

DFB-Pokal: „Ich hätte lieber im August gespielt“

„Ich hätte am liebsten Anfang August gespielt wie alle anderen auch“, sagte Hildmann. Nicht etwa wegen des schöneren Wetters, sondern aus rein sportlichen Gründen.

„Es ist schon so, dass wir durch die Verschiebung nun gegen eine zu diesem Zeitpunkt wohl schon besser eingespielte Münchner Mannschaft spielen“, erklärte Hildmann bereits nach der Bekanntgabe der Auslosung.

Dabei sind er und seine Münsteraner allerdings nicht allein: Nicht nur der FC Bayern, auch RB Leipzigs Pokal-Auftakt bei Wehen Wiesbaden (Mittwoch, ab 20.45 Uhr – live im SPORT1-Ticker) wurde um mehr als sechs Wochen nach hinten verlegt.

DFB-Pokal: Verschiebung wegen Supercup

Der Grund dafür ist einfach und naheliegend: Bayern und Leipzig waren am Wochenende der ersten Pokalrunde im Supercup aufeinander getroffen, die Sachsen gewannen beim Debüt von Harry Kane durch einen Olmo-Dreierpack mit 3:0.

Damals wirkten die Münchener alles andere als stabil, Thomas Tuchel erschien es gar so, dass die Eindrücke aus der Vorbereitung über den Haufen geworfen wurden. Auf genau so einen Umstand hatte Hildmann offenbar gehofft, um die Chancen auf eine Pokal-Sensation des Drittligisten zu erhöhen.

„Am ursprünglichen Termin wäre der DFB-Pokal für den FC Bayern das erste Pflichtspiel der Saison gewesen, während wir vorher schon in der 3. Liga im Einsatz waren“, meinte er.

Doch nun scheint die Tuchel-Elf langsam in Fahrt zu kommen. Jüngstes Beispiel: Der Gala-Auftritt gegen den VfL Bochum am vergangenen Samstag.

„Das 7:0 hat mir kein gutes Gefühl gegeben“, gestand Hildmann mit Blick auf das Aufeinandertreffen im Preußenstadion. Trotz der klaren Vorzeichen hofft der frühere FCK-Trainer, „dass wir auch unaufgeregt ins Spiel gehen und nicht vor Ehrfurcht erstarren. Es ist Sport.“