Deutschlands Siegeszug zum Titelgewinn bei der Fußball-WM in Brasilien ist für die Anti-Spielsucht-Kommission NCPG in Singapur zu einem Problem geworden.

Weil das Gremium in TV-Werbungen Wetten auf die deutsche Elf als „Risikotipp“ dargestellt hat, ist die Kampagne zu einem Rohrkrepierer geraten.

Der vierte WM-Triumph führte die beabsichtigte Botschaft der Spots ad absurdum.

Schon der erste Spot geriet angesichts eines unglücklichen Timings zum Desaster: In dem 30-Sekünder klagte ein trauriger Junge, dass sein Vater seine sämtlichen Ersparnisse auf einen Sieg Deutschlands gesetzt hätte – da der Spot jedoch in der Halbzeit des Halbfinals zwischen Deutschland und Brasilien (7:1) beim Stand von 5:0 ausgestrahlt wurde, erntete die NCPG weltweit erstmals Hohn und Spott.

Auch die versuchte Schadensbegrenzung mit einem nachträglich für das Finale produzierten Spot, in dem der weiterhin auf sein erspartes Geld wartende Junge nunmehr eine neuerliche Wette seines Vaters für das Endspiel beklagt („Er wollte noch einmal alles setzen“), erwies sich im Rückblick durch Deutschlands Sieg gegen Argentinien (1:0 n.V.) eher als Werbung für Sportwetten denn als Warnung.

Die NCPG warnt Singapurs Bevölkerung seit der Legalisierung von Casinos in dem Stadtstaat vor neun Jahren vor den Gefahren von Glücksspielen.

Die Kommission weist durch verschiedene Maßnahmen auf die negativen Auswirkungen von Spielsucht auf Familien und auch die Gesellschaft hin.