Hansi Flick hatte das enttäuschenden WM-Aus nach eigenen Angaben intensiv aufgearbeitet – unter anderem zog der Bundestrainer die Schlussfolgerung bei den Maßnahmen im März und Juni auf Thomas Müller zu verzichten.
Wie der Bundestrainer Mitte März im kicker-Interview verriet, wollte er „jüngeren Spielern bei der Nationalmannschaft eine Chance geben“.
Doch diese nutzten die Möglichkeit zum Großteil nicht. Denn in den bisherigen vier Testspielen ohne den Bayern-Routinier feierte die DFB-Auswahl lediglich gegen ein harmloses Peru einen Erfolg.
Nach den schwachen Auftritten gegen Belgien, die Ukraine und zuletzt in Polen ist von der erhofften Aufbruchsstimmung ein Jahr vor der EM im eigenen Land wenig zu spüren – im Gegenteil: Unter anderem wächst die Kritik an Flick aufgrund seiner Experimente und Rotation.
Flick steht mit Müller in Kontakt
Daher könnte der Bundestrainer beim nächsten Lehrgang im September schon wieder auf Müller bauen und damit anderen Akteuren etwas Verantwortung abnehmen.
Im Austausch befinden sich die beiden jedenfalls: „Ich weiß, dass Hansi Flick mit Thomas Müller und weiteren Spielern, die dieses Mal nicht dabei sind, im Kontakt steht“, offenbarte Rudi Völler der Bild und führte aus: „Thomas und Hansi haben zusammen große Erfolge bei Bayern gefeiert. Wenn einer weiß, wann der richtige Zeitpunkt für eine Nominierung von Thomas Müller ist, dann Hansi.“
Generell schätzt der DFB-Sportdirektor trotz der unzufriedenstellenden Leistungen weiterhin die Expertise und Arbeit des Übungsleiters. Daher steht ein Trainerwechsel für den 63-Jährigen überhaupt nicht zur Debatte. „Hansi Flick ist ein absoluter Toptrainer und der Richtige für diese Aufgabe“, sagte Völler. Besonders zuversichtlich stimme ihn im Hinblick auf die EM die leidenschaftliche Arbeit von Flick.