„Dieses Spiel wird in Polen noch viele Jahre in Erinnerung bleiben!!!“, formulierte der polnische Sender TVP. (NEWS: Alles zur Basketball-EM)

Damit dürften sie Recht behalten, denn schließlich gelang ihrer Basketball-Nationalmannschaft bei der EM ein historischer Triumph. Sie bezwangen den Titelverteidiger aus Slowenien sensationell mit 90:87 (58:39). (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse der Basketball-EM)

Dabei lag Polen im zweiten Viertel sogar mit 23 Punkten in Front und führte Luka Doncic und sein Team teilweise vor. „Das ist ein Riesensieg. Ich kann es nicht glauben“, sagte AJ Slaughter ungläubig nach der Partie. (SERVICE: Das sind die größten Stars der Basketball-EM)

So dürfte es vielen in seinem Team und seiner Heimat gegangen sein. Schließlich galt schon das Überstehen der Gruppenphase für viele Experten als unerreichbar. (SERVICE: Die Gruppen und Tabellen der Basketball-EM)

Presse applaudiert polnischen Basketballern

Nach den Siegen gegen die Ukraine im Achtelfinale und nun gegen Slowenien überschlagen sich im deutschen Nachbarland die Superlative – kein Wunder, denn erstmals seit 1971 stehen sie unter den besten vier Teams bei einer EM.

„Weiß und Rot schreiben Geschichte“, titelte der Radiosender Polskie Radio 24. Die Sportzeitung Przegląd Sportowy schrieb: „Sie spielten mit großer Freiheit, aber auch genial. Es war offensichtlich, dass sie auf beiden Seiten der Tanzfläche einen Plan hatten, wie sie sich gegen den slowenischen Star Luka Doncic verhalten sollten.“

Kamil Wolnicki, Journalist der Zeitung, meint auf Twitter: „Polnisches Eishockey hatte sein Spiel gegen die UdSSR, der polnische Fußball in Wembley, jetzt hat der polnische Basketball Slowenien. Legendäre Spiele.“

Polen wie die Chicago Bulls?

Lob gibt es auch von dem vielleicht bekanntesten Basketball-Spieler des Landes. „Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team! Ein erstaunliches Spiel, an das sich Generationen erinnern werden! Mateusz Ponitka spielt wie von einem anderen Stern! Bravo an Igor Milicic, der dieses Team aufgebaut hat“, kommentiert Marcin Gortat den Erfolg auf Twitter.

Selbst in Medien in Slowenien huldigten die Polen. So verglich die Zeitung Svet24 den Gegner mit den legendären Chicago Bulls um Superstar Michael Jordan – zumindest ließ sie die „blutleere Verteidigung Sloweniens“ so aussehen. (SERVICE: Alle Spiele der Basketball-EM im SPORT1-Liveticker)

Ein Sonderlob erhielt auch Mateusz Ponitka, der mit 26 Punkten, 16 Rebounds und zehn Assists das erst dritte Triple Double der EM-Geschichte auflegte. „Ja, er hat großartig gespielt. Aber er hat mich nicht überrascht, ich habe viele Male gegen ihn gespielt. Großartiger Spieler, großartiger Anführer. Er ist wahrscheinlich NBA-Kaliber“, erklärte Doncic anerkennend.

Doncic lobt historischen Ponitka

Das dürfte den 29-jährigen Kapitän sehr freuen, denn bis vor kurzem wurde er hart in seiner Heimat kritisiert. Sogar sein Rücktritt aus der Nationalmannschaft wurde gefordert.

Die Ursache für diese Kritik war sein ehemaliger Arbeitgeber Zenit St. Petersburg. Nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine spielte er noch eine Partie für den russischen Top-Klub, ehe seine Vertragsauflösung fix war.

Nun konnte er die heimischen Fans, wovon in der Spitze 1,2 Millionen die Partie im TV sahen, von seinen Qualitäten überzeugen.

Eine derart starke Leistung wird er auch im Halbfinale gegen Frankreich am Freitag brauchen. Schließlich haben er und seine Teamkollegen Blut geleckt. „Wir streben nach Gold. Es ist ein Traum, aus dem niemand aufwachen will“, sendete Shooting Guard Jarosław Zyskowski bereits eine Kampfansage an Rudy Gobert und Co.