Hallo Fußball-Freunde,
ein großes Kompliment an die deutsche Nationalmannschaft und meinen Glückwunsch zum WM-Titel!
Deutschland hat wieder einmal als Mannschaft überzeugt. Im Endspiel gegen Argentinien hat mir vor allem Bastian Schweinsteiger imponiert, wie er gekämpft hat, war außergewöhnlich.
Und der Siegtreffer von Mario Götze war ebenfalls vom Feinsten.
Dagegen ist die WM für Brasilien tieftraurig zu Ende gegangen.
Die Niederlage im Spiel um Platz 3 gegen die Niederlande war aber natürlich kein Vergleich zu diesem 1:7 im Halbfinale gegen Deutschland!
Die Art, wie Brasilien da verloren hat, hat die Leute schlichtweg geschockt.
Die Brasilianer hätten sich mit einer Niederlage gegen Deutschland abfinden können. Die DFB-Elf hatte ja auch eine bessere Mannschaft.
Aber so unterzugehen, war einfach frustrierend und sehr traurig.
Aus meiner Sicht war das Halbfinale allerdings ein atypisches Spiel. Denn für Deutschland hat alles funktioniert und für Brasilien nichts.
Die deutschen Spieler wusste ganz genau, wie sie die Fehler und taktischen Mängel der Selecao nutzen mussten und haben das eiskalt getan.
Mit einigem Abstand glaube ich nicht, dass sich diese historische Niederlage mit dem großen psychologischen Druck auf dem Team erklären lässt.
Meiner Meinung nach hatte Brasilien im Halbfinale einfach sein Limit erreicht. Und Deutschland war ein stärkerer Gegner als es zum Beispiel die Niederlande gewesen wären.
Die Deutschen spielten einfach sehr organisiert, sehr kompakt und konzentriert.
Auf Brasiliens Nationalteam kommt jetzt eine Zeit des Neuaufbaus zu. Natürlich gibt es viele strukturelle Probleme, die müssen mit Priorität angegangen werden.
Die Fans werden aber immer zu ihrem Team stehen, daran ändert auch eine solche Klatsche wie gegen Deutschland nichts! Ich bin der Überzeugung: In Sieg und Niederlage muss man zusammenstehen.
Während der K.o.-Phase hätte der brasilianische Trainerstab die Gegner besser analysieren und die richtigen Änderungen vornehmen müssen. Allein mit individueller Qualität kann man in diesen Spielen nicht überleben.
Es stimmt, dass es heute weniger kreative Spieler in Brasilien wie früher Ronaldinho, Zico oder Kaka gibt.
Allerdings ist Brasilien eben dem weltweiten Trend zu athletisch stärkeren Spielern gefolgt. Und die Profis sind heute taktisch besser, das hat den Fußball insgesamt verändert.
Ich hoffe, der Selecao gelingt jetzt der Neustart!
Bis zum nächsten Mal, Euer Rafinha
Marcio Rafael Ferreira de Souza, kurz Rafinha, gewann im Jahr 2013 mit dem FC Bayern die Champions League, gemeinsam mit der Klub-Weltmeisterschaft ist das die bisher größte Trophäe seiner Laufbahn. Der Abwehrspieler stand in diesem Jahr im erweiterten Kreis des brasilianischen Nationalteams, wurde aber letztlich von Trainer Felipe Scolari nicht für die Endrunde nominiert. Dennoch verfolgte der 28-Jährige mit Herzblut die WM-Spiele der Selecao und begleitete für SPORT1 das Turnier als Kolumnist.