München – Joachim Löw macht den deutschen Fans Hoffnung, dass er auch nach dem WM-Titel Bundestrainer bleibt.
„Ich habe einen Vertrag unterschrieben. Natürlich tausche ich mich mit dem Präsidenten nochmal aus. Wir werden sehen, was die nächsten Tage so kommt, aber es macht nach wie vor Spaß“, sagte der Weltmeistercoach im Interview mit Monica Lierhaus bei „Sky“.
Auch die Perspektiven der Mannschaft überzeugen Löw.
„Wir haben viele junge Spieler, die noch länger bei der Nationalmannschaft spielen. Wir haben eine super Ausbildung in Deutschland. Es muss uns nicht bange sein für die nächsten Jahre.“
Hoffen auf Löw-Verbleib
Sein Vorgänger als Weltmeistertrainer, Franz Beckenbauer, glaubt fest an eine Zukunft mit Löw:
„Jogi Löw hat zwar den größten Titel gewonnen, den es im Weltfußball gibt. Aber ich sehe sein Werk noch nicht als vollendet an. Ich freue mich sehr, wenn er Bundestrainer bleibt und uns allen mit der Mannschaft noch viel Freude macht. Das passt“, sagte der „Kaiser“ in der „Bild“.
DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock ist nach dem WM-Triumph von Löws Verbleib fest überzeugt.
„Wir haben keinen Zweifel, dass er bleibt. Ich bin sicher, dass Joachim Löw am 3. September beim Länderspiel gegen Argentinien auf der Bank sitzen wird“, sagte Sandrock auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Berlin.
Gespräche laufen
Er habe schon mit Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff nach dem historischen Erfolg in Brasilien „über die Zukunft gesprochen. Darüber, was wir noch besser machen können“, führte der 57-Jährige weiter aus ().
Auch Bierhoff und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatten sich zuvor schon optimistisch gezeigt, dass Löw (54) seinen Vertrag bis 2016 erfüllen wird.
„Wir sind klar ausgerichtet auf September. Ich sehe keinen anderen Bundestrainer auf der Bank sitzen als Joachim Löw. Die Richtung ist die EM 2016 in Frankreich“, sagte der DFB-Chef der „ARD“.
Nachdem der bisherige Löw-Assistent Hansi Flick beim Deutschen Fußball-Bund zum Sportdirektor aufsteigt, ist die Stelle des Co-Trainers noch vakant.
„Wir haben keinen Druck. Joachim Löw hat einige Gedanken im Kopf. Er hat natürlich auch ein Vorschlagsrecht. Wir haben aber ein paar Tage Zeit“, meinte Sandrock dazu.
Sandrock voll des Lobes
Zuletzt war schon über U-20-Coach und Chefausbilder Frank Wormuth sowie über den Ex-Mainzer Thomas Tuchel spekuliert worden.
In Bezug auf das gelungene WM-Unternehmen war der DFB-General auf 10.000 Metern Höhe voll des Lobes: „Die Performance hat von A bis Z gestimmt. Auch Joachim Löw und sein Team sowie Manager Oliver Bierhoff haben sich nie von ihrem Weg abbringen lassen. Alle haben großartige Arbeit geleistet. Das war ein Gemeinschaftswerk, auf das alle stolz sein können.“
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Sich im Erfolg jetzt aber zurückzulehnen sei „ein schlechter Ratgeber“. Es gebe auch bei einem Weltmeister „Optimierungsbedarf in der Ausbildung“, betonte Sandrock.
„Wir haben zum Beispiel Positionsprobleme. Der Sturm ist so eine Position – oder schauen sie sich Benedikt Höwedes an. Der hat eine ganz starke WM gespielt. Aber linker Verteidiger ist nicht seine Position. Das hat er nicht gelernt. Da müssen wir ansetzen und das noch stärker gewichten“ ,sagte Sandrock