Ein brasilianischer Richter hat am Freitag in Rio de Janeiro 23 Personen wegen Beteiligung an den Protesten gegen die WM zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Richter Flavio Itabaiana de Oliveira Nicolau begründete diese Entscheidung mit der „Gefahr, die die Angeklagten für die Öffentlichkeit darstellten“.

Zu den Inhaftierten zählten auch diejenigen, die vor dem Finale zwischen Deutschland und Argentinien (1:0 n.V.) festgenommen worden waren.

Von den 23 wurden zwei Personen wegen des Todes eines brasilianischen Journalisten verurteilt.

Der Mann war vier Monate vor Beginn der WM bei Protesten gegen Fahrkartenpreiserhöhungen in Rio de Janeiro zu Tode gekommen, als er von einer Leuchtfackel am Kopf getroffen wurde und seinen schweren Verletzung wenige Tage später erlag.

Unmittelbar vor dem Endspiel hatte die Polizei in Rio de Janeiro zudem Proteste rund um das WM-Finale mit Tränengas und Blendgranaten gestoppt.

300 Demonstranten waren kurz vor Anpfiff des Spiels in Richtung Stadion marschiert, um ein Zeichen gegen Polizeigewalt und das mangelhafte Gesundheitssystem zu setzen.