In weniger als einem Monat startet die WM in Katar. Ein spanischer Fußballfan wollte im Wüstenstaat dabei sein, wenn seine Mannschaft unter anderem auf die deutsche Nationalmannschaft trifft. Nun könnte seine Mission ein abruptes Ende gefunden haben.

Denn: Santiago Sanchez Cogedor machte sich Anfang Januar zu Fuß auf den Weg nach Katar – und wird nun wenige Wochen vor WM-Start vermisst.

Der 40-Jährige startete in der Nähe von Madrid und wollte eine Strecke von über 7000 Kilometern absolvieren. Wie sein enger Freund Miguel Bergado gegenüber El Mundo berichtet, durchquerte Cogedor zuletzt den kurdischen Teil des Irak und war nur noch fünf Kilometer von der iranischen Grenze entfernt.

„Das letzte Mal, dass ich mit ihm gesprochen habe, war am 1. Oktober“, erklärte Bergado. In den sozialen Medien dokumentierte Cogedor bislang seine fast einjährige Reise fortlaufend, der letzte Beitrag liegt allerdings schon über zwei Wochen zurück: „Letztes Dorf im Norden des Irak. Ein Berg trennt mich vom Iran, der das nächste Land ist, bevor ich Katar erreiche.“ (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM)

Wie sein Freund Bergado verriet, vermute er eine mögliche Festnahme des 40-Jährigen im Iran. „Die spanische Botschaft im Iran sagt, dass einige Personen festgenommen wurden, weil sie Fotos von den Unruhen gemacht haben, und vielleicht ist das der Grund dafür.“

Seit dem Tod der iranischen Frau Mahsa Amini herrschen im Staat am Persischen Golf heftige politische Unruhen und anhaltende Proteste der Bevölkerung. Die 22-Jährige stammte aus der iranischen Provinz Kurdistan. Am 13. September wurde sie in der iranischen Hauptstadt Teheran von der Sittenpolizei festgenommen. Ihr wurde vorgeworfen, ihr Kopftuch (Hidschab) nicht korrekt getragen zu haben.

Während des Aufenthalts auf der Polizeiwache fiel Amini ins Koma und starb am 16. September in einer Klinik.

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