Sami Khedira sieht bei Bundestrainer Julian Nagelsmann nur eine „Mitschuld“ am WM-Debakel in den USA, die Gründe für die nächste Turnierenttäuschung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft liegen für den Weltmeister von 2014 tiefer. Das „Kernproblem“ sei die Ausbildung: „Wir dürfen die Kinder nicht in Watte packen und sagen: ‚Das Gewinnen ist nicht wichtig, wir müssen einfach nur die perfekte Technik haben“, sagte Khedira im Podcast des Waiblinger Zeitungsverlags.
Auf dem „absoluten Topniveau“ zähle eine „Kombination aus Mentalität und Führungsqualitäten“, ergänzte der 39-Jährige, „natürlich auch Möglichkeiten im Eins gegen Eins, Pass- und Abschlussfähigkeiten, aber im Großen und Ganzen fehlen mir die Leader, die haben wir aktuell in dem Ausmaß nicht. Das spiegelt sich in Spielen wie gegen Paraguay wider.“
Das Aus im Elfmeterschießen des Sechzehntelfinals in Foxborough habe Khedira „sehr erschüttert“. Völlig aus dem Nichts kam die Niederlage für ihn aber nicht. „Das ist die Quittung der letzten Jahre“, sagte der frühere Mittelfeldspieler. Das Vorrunden-Aus 2018 in Russland sei noch „ein Unfall gewesen“, doch danach ging es bergab. „Aktuell reicht es nicht für die Weltklasse“, konstatierte Khedira.