Der zweimalige Fußball-Weltmeister Uruguay wird vor dem WM-Schicksalsspiel gegen Spanien von einer angeblichen Spielerrevolte gegen Trainer Marcelo Bielsa in Atem gehalten. „Die Stimmung rund um den Trainer ist angespannt“, bestätigte eine „zuverlässige Quelle aus Uruguay“ der spanischen Zeitung Marca entsprechende Meldungen. Das Programm Las Voces del Fútbol des uruguayischen Senders El Espectador Deportes hatte von einer Meuterei berichtet.

Demnach soll ein Quartett um Kapitän Federico Valverde sich bei Bielsa über die zu hohe Trainingsintensität und die langwierigen Videoanalysen beschwert haben. Auch habe es den Vorschlag gegeben, die taktische Ausrichtung gegen Spanien defensiver zu gestalten.

Die daraufhin entstandene Debatte habe sich zu einer Besprechung mit der gesamten Mannschaft ausgewachsen, in deren Verlauf Bielsa einen fast einstündigen Monolog gehalten habe. Einige Spieler hätten Anstalten gemacht, die Versammlung zu verlassen, seien aber zunächst von Verteidiger José María Giménez zurückgehalten worden. Sein Appell aber habe nicht gefruchtet, eine Gruppe von Spielern habe schließlich den Raum verlassen, noch bevor Bielsa geendet hatte. Abwehrspieler Ronald Araújo (FC Barcelona) habe geschimpft: „Es ist einfach nicht mehr auszuhalten.“

Die Vorbehalte der Spieler gegenüber „El Loco“ (Der Verrückte) sind nichts Neues. Immer wieder gab es Unstimmigkeiten, auch mit Superstar Luis Suárez. Bielsas Team steht bei der WM nach zwei enttäuschenden Auftritten gegen Saudi-Arabien (1:1) und Kap Verde (2:2) unter Druck. Gegen Spanien müssen am Samstag (02.00 MESZ/MagentaTV) unbedingt Punkte her, um das Aus zu verhindern.