Der Frust über seine größte Pleite seit zwei Jahren war groß, doch Martin Kaymer schaute nach vorn.

„Wenn ich das kurze Spiel in den Griff bekomme, dann bin ich guter Dinge“, sagte der US-Open-Sieger, nachdem er bei der 96. PGA Championship in Louisville/Kentucky am Cut gescheitert war.

Dabei war ihm die Enttäuschung über sein schwächstes Abschneiden bei einem Major-Turnier – zuletzt hatte er bei einem der Saison-Highlights 2012 den Cut verpasst – deutlich anzumerken.

„Das ist extrem frustrierend“

„Die Putts waren eigentlich nicht schlecht, nur wollte einfach nichts fallen. Das ist extrem frustrierend“, sagte Kaymer über das Scheitern bei dem Turnier, das er vor vier Jahren noch gewonnen hatte.

In einem Flight mit dem Weltranglisten-Ersten Rory McIlroy, der sich in der Form seines Lebens befindet und im Valhalla Golf Club vor seinem vierten Major-Gewinn steht, traten seine Schwächen deutlich zutage.

In Zahlen betrug der Abstand zum Branchenprimus aus Nordirland nach 36 Löchern elf Schläge.

Auf zwei Bahen drei Putt-Versuche

„Ich habe viele Grüns und Fairways getroffen, konnte aber leider nicht viele Putts machen, gerade aus den Mitteldistanzen nicht. Im kurzen Spiel habe ich zu viel liegen lassen“, räumte Kaymer ein.

Am zweiten Tag benötigte der 29-Jährige auf dem Par-71-Kurs auf zwei Bahnen gleich drei Putt-Versuche.

Zwei Double-Bogeys waren die Folge, das frühzeitige Aus für den Weltranglisten-Zwölften auf Platz 75 fast logisch.

Seit US-Open-Sieg nur einmal Top 50

Dass für Kaymer bei fünf Turnierteilnahmen seit seinem US-Open-Sieg aus dem Juni nur eine Platzierung unter den Top 50 zu Buche steht – Rang zwölf bei der international zweitklassigen French Open – unterstreicht, dass das vergangene Wochenende keineswegs eine Momentaufnahme, sondern vielmehr den Status quo abbildet.

Kaymer geht derzeit die Leichtigkeit ab, die ihn im Frühsommer noch ausgezeichnet hatte. Dies äußert sich nicht zuletzt beim Lesen der Grüns.

Noch übt sich Kaymer in Zweckoptimismus und hofft, seine Schwächen durch intensives Putt-Training beheben zu können. Daneben sei es „so gut wie unmöglich“, sich auf die Saisonhighlights vorzubereiten. Am Ende müsse man „immer auch ein Quäntchen Glück haben.“

FedEx-Cup und Ryder Cup vor der Tür

Auf dieses Quäntchen hofft Kaymer auf der Zielgeraden der Saison.

Dort warten Highlights wie der im Play-off-Stil ausgetragene FedEx-Cup mit dem Auftaktevent The Barclays in Paramus/New Jersey (21. bis 24. August) und der Ryder Cup im schottischen Gleneagles (26. bis 28. September).

Beim letzten Kontinentalvergleich mit den besten Golfern der USA vor zwei Jahren versenkte Kaymer den siegbringenden Ball für die Europäer – mit einem Putt.