Nachdem Rory McIlroy das nächste Kapitel seines Sommermärchens vollendet hatte, nahm er forsch einen Rekord für die Ewigkeit ins Visier.

„Ich will der erfolgreichste europäische Golfer aller Zeiten werden“, sagte der 25-jährige Nordire nach seinem Triumph bei der 96. US PGA Championship in Lousville/Kentucky.

Der vierte Major-Erfolg der Karriere hatte das ohnehin schon gewaltige Selbstvertrauen des derzeit besten Golfers auf diesem Planeten offensichtlich noch einmal wachsen lassen.

Dass der Zottelkopf aus Holywood eines Tages tatsächlich die ewige Bestenliste in Europa anführen wird, scheint spätestens nach diesem „unglaublichen und fantastischen Sommer“ mit zwei Major-Erfolgen unbestritten. Einzig der Zeitpunkt steht noch in den Sternen.

Wenn aber alles nach Plan läuft, könnte sich McIlroys Traum sogar schon im kommenden Jahr erfüllen.

Drei Major-Siege ist er noch vom „Europarekord“ des Engländers Harry Vardon entfernt.

„Derzeit befinde ich mich auf einem wirklich schönen Weg. Aber ich habe noch einen langen vor mir“, sagte McIlroy, der in diesem Jahr auch die British Open und danach die World Golf Championship in Akron/Ohio gewonnen hatte.

Mit 25 Jahren und drei Monaten ist er der viertjüngste Spieler der Golf-Geschichte, der drei verschiedene Majors gewonnen hat. Nur Tiger Woods, Jack Nicklaus und Young Tom Morris (lange vor der Einführung des Masters) waren noch jünger.

Traum vom Green Jacket

Und genau dieses Masters in Augusta ist das nächste große Ziel im kommenden April. „Es ist das einzige Major, das ich noch nicht gewonnen habe“, sagte McIlroy. „Ich will unbedingt das Green Jacket gewinnen.“

Allein für seinen Triumph im Valhalla Golf Club erhielt „Roars“ einen Siegerscheck über 1,8 Millionen Dollar (1,34 Millionen Euro) und baute auch seinen Vorsprung an der Spitze der Weltrangliste aus.

McIlroy rettet den Pokal:

Zwei Majorerfolge nacheinander hatte zuletzt der Ire Padraig Harrington 2008 ebenfalls bei der British Open und der US PGA Championship geschafft.

Drei Turniersiege in Serie waren als letztem Spieler Tiger Woods 2008 geglückt, am Ende waren es für den US-Superstar sogar fünf.

Längste Durststrecke für Woods

Seit den US Open im selben Jahr wartet Woods aber auf einen Major-Sieg. 20-mal trat er seitdem bei den wichtigsten Turnieren der Welt an, kam dabei nur einmal bei der PGA Championship 2009 dem Sieg nahe.

Diesmal erlebte er eines der schlimmsten Debakel seiner Karriere: In den beiden ersten Runden hagelte es nur so Bogeys, Woods lag als geteilter 117. schon 15 Schläge hinter McIlroy und verpasste zum fünften Mal in seiner Major-Karriere den Cut.

Terminstress für McIlroy

Der Star der Stunde aber ist ein anderer. „Es stehen noch einige Turniere an, jetzt werde ich erst mal alles genießen“, versprach McIlroy, der nach seiner Trennung im Mai von der ehemaligen Tennis-Weltranglistenersten Caroline Wozniacki sportlich aufblüht. Viel Zeit bleibt ihm dafür freilich nicht.

Eine Woche lang hat er frei, nutzt das für Reisen nach New York und in die Heimat nach Nordirland. Außerdem wird er beim ersten Saisonspiel von Manchester United gegen Swansea City am Samstag im Stadion zu Gast sein.

Die Erfolge der vergangenen Wochen haben das (Medien-)Interesse am Nordiren noch einmal steigen lassen. Selbst Fußball-Legende Gary Lineker huldigte dem Champion als „Größe seines Sports.“

https://twitter.com/GaryLineker/statuses/498740865280770048

Nächste Highlights warten

Zudem beginnt schon am 21. August der Kampf um den FedEx-Cup, an dessen Ende nach vier Playoff-Turnieren die Rekordsumme von 10 Millionen Dollar ausgezahlt wird.

Und dann ist da ja noch der prestigeträchtige Ryder Cup (26. bis 28. September), bei dem McIlroy mit dem europäischen Team gegen die USA den Titel verteidigen will.

Die Chancen hierfür stehen recht gut: 3:1 steht es in der Major-Wertung für Europa – neben McIlroy hat in diesem Jahr auch Martin Kaymer (Mettmann) eines der vier großen Turnier gewonnen.