Droht ein bitteres Reise-Chaos bei der Handball-Europameisterschaft? Der mögliche Streik der Lokführer könnte auch erhebliche Folgen für die EM in Deutschland haben.

Denn die Deutsche Bahn ist Mobilitätspartner des Großturniers und hatte gemeinsam mit dem Deutschen Handball-Bund (DHB) in den vergangenen Monaten intensiv für das Thema Nachhaltigkeit geworben.

So werden Fans mit vergünstigten Tickets dazu animiert, mit dem Zug zu den jeweiligen Spielorten (Hamburg, München, Mannheim, Berlin, Düsseldorf, Köln) zu fahren. Und auch die deutsche Nationalmannschaft hat vor, die Reisen während des Turniers auf der Schiene zurückzulegen.

Henrik Pekeler verkündet seinen Rücktritt aus der Handball-Nationalmannschaft. Die DHB-Urgesteine Andreas Wolff und Patrick Groetzki äußern sich zu dem überraschenden Rücktritt.

Henrik Pekeler verkündet seinen Rücktritt aus der Handball-Nationalmannschaft. Die DHB-Urgesteine Andreas Wolff und Patrick Groetzki äußern sich zu dem überraschenden Rücktritt.

Bahnstreik? So reagiert der DHB

„Ich beschäftige mich damit, weil wir selber auch mit der Bahn reisen“, sagte Axel Kromer auf SPORT1-Nachfrage auf der Pressekonferenz beim Medientermin in Brunsbüttel am Freitag: „Momentan ist ja noch kein Streik da. Wir haben auch die Hoffnung, dass das alles noch geregelt wird – zumindest bis zum Auftaktspiel. Oder, was uns betrifft, einen Tag später.“ Am 11. Januar reist der DHB-Tross nach dem Eröffnungsspiel in Düsseldorf weiter nach Berlin.

Der Vorstand Sport des DHB gab zu, dass „wir auch, als wir die Meldung bekommen haben, durchaus geschluckt haben. Aber wir können das nicht beeinflussen. Daher kümmern wir uns um die Dinge, die wir im sportlichen Bereich beeinflussen können.“

Bereits Ende Dezember hatte Mark Schober, der Vorstandsvorsitzende des DHB, Streiks im Januar bei der dpa als „Herausforderung“ bezeichnet und sich eine Einigung der Parteien gewünscht, damit „rund um die Handball-Europameisterschaft logistisch beste Bedingungen herrschen“.

Bahnstreik? So ist der Stand

Der von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ausgerufene Weihnachtsfrieden endet am Montag. Anschließend können mehrtägige Streiks drohen.

Diese sollen jedoch frühestens ab kommenden Mittwoch, also zum EM-Start am 10. Januar, beginnen. Das erklärte zumindest der Bundesvorsitzende des Beamtenbundes (dbb), Ulrich Silberbach, dem Kölner Stadt-Anzeiger. Grund ist die zweitägige Jahrestagung des dbb – die GDL gehört zu den Mitgliedsgesellschaften – in Köln: „Die An- und Abreise ist sichergestellt. Was danach passiert, liegt nicht mehr in meiner Hand.“

Kromer: „Plan B in der Tasche“

Am Freitag wurde zudem bekannt, dass die Deutsche Bahn im Tarifstreit ein neues Angebot an die Gewerkschaft abgegeben hat – und damit auch einen Streik abwenden will.

Falls es aber zum befürchteten Bahnchaos kommt, „haben wir natürlich einen Plan B in der Tasche“, erklärte Kromer: „Den kommunizieren wir aber weder zur Presse noch zum Team, weil wir erstmal mit dem Plan A arbeiten.“