Der Handball-Bundesligaklub FRISCH AUF Göppingen nimmt seinen Spieler Michael Kraus in Schutz.
Der Nationalspieler war am Montag wegen drei Meldepflicht- und Kontrollversäumnissen von der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Handballbundes (DHB) vorläufig gesperrt worden. (BERICHT: Liebenswerter Chaot am Pranger).
Dass Doping der Grund für die Verstöße Kraus‘ sei, schloss Geschäftsführer Gerd Hofele im Gespräch mit SPORT1 aus.
„Beim dritten Fall kann ich es explizit ausschließen. Am 5. März war unser Spiel in Kiel. Am darauffolgenden Morgen sind die Kontrolleure morgens um 6 Uhr bei ihm zu Hause vor der Tür gestanden, um ihn zu testen“, schilderte er.
„Er ist am selben Morgen von Hamburg aus erst zurückgeflogen. Die hätten auch nach Kiel fahren können, wäre ja eigentlich logisch gewesen“, erklärte er. „Der Mimi hatte vergessen, den Termin einzutragen, und dann standen sie beim ihm zu Hause. Man entzieht sich ja keiner Kontrolle, indem man ein Fernsehspiel absolviert.“
Laut Hofele blieben in diesem Fall keine Fragen offen, da Kraus eine Woche zuvor beim Spiel beim Bergischen HC negativ getestet worden sei.
„In der Woche drauf kamen sie nochmal ins Training“, erzählte er ? und wieder sei die Dopingkontrolle negativ ausgefallen.
Der 30 Jahre alte Spielmacher sei nachweislich mehrfach negativ getestet worden, meinte Hofele weiter und schilderte Details zu den Verstößen.
Demnach sei ein erster noch zu Kraus‘ Zeit in Hamburg gewesen. Der zweite Verstoß habe sich im vergangenen November ereignet, als die Kontrolleure Kraus zu Hause nicht angetroffen hätten, schilderte er.
Er erklärte ferner, was es mit der Meldepflicht auf sich hat. Demnach müsste Kraus wie alle weiteren Nationalspieler fünf Tage vor Quartalsbeginn Aufenthaltsort und Erreichbarkeit in das Anti-Doping Administrations und Management System (ADAMS) der Nationalen Anti-Dopingagentur (NADA) eintragen.
„Klar sowas darf nicht passieren. Aber, ob er jetzt am 25. Dezember die Liste abgibt oder am 1. Januar, da ändert sich ja nichts“, sagte Hofele. „Wenn ein Individualsportler nicht bei der Kontrolle erscheint, hat er vielleicht was genommen, was meinetwegen zwölf Stunden später nicht nachweisbar ist.“
Wenn Kraus gleichzeitig Spiele im Fernsehen bestreite, sei das aber ausgeschlossen. „Es ist klar, dass er nicht gedopt hat. Das ist für unseren Klub wichtig, aber auch für den DHB“, meinte Hofele.
Grundlage für die Ermittlungen gegen den Weltmeister von 2007 sind ein möglicher Verstoß gegen Artikel 2.4. des Nada-Codes und das Anti-Doping-Reglement des DHB.