Paralympicssieger Niko Kappel sieht beim Thema Inklusion von Menschen mit Behinderung eine deutlich positive Entwicklung in Deutschland – mahnt aber auch weiteren Verbesserungsbedarf an. „Ich glaube, dass wir insgesamt als Gesellschaft auf einem sehr guten Weg sind“, erklärte der kleinwüchsige Kugelstoßer im Podcast #wirgehenweiter der Stiftung Deutsche Sporthilfe: „Und ich hoffe, dass wir diesen weitergehen“.

Luft nach oben gibt es bei der Gesamtthematik aber dennoch, es bestehe „im Alltag und im Sport noch viel Potenzial“, betonte der dreimalige Weltmeister: „Menschen werden oft zu früh in Schubladen gesteckt, ihnen wird nichts zugetraut oder trauen sich auch selbst nichts zu.“ Dabei sei aber jeder Mensch „eine Chance, ein positiver Teil dieser Gesellschaft zu sein, seinen Platz zu finden und seine Berufung zu finden.“

Dass sich der 31-Jährige „teilweise auch in einer Bubble bewege“, sei ihm bewusst, dennoch sehe er „dass Akzeptanz, Sichtbarkeit und Verständnis in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen sind. Wenn man das mit der Situation vor zehn oder zwanzig Jahren vergleicht, hat sich viel getan. Ich finde, darauf können wir aufbauen.“

Dazu will auch Kappel, der 2016 in Rio seinen größten Triumph gefeiert hatte und seitdem zwei weitere paralympische Medaillen gewinnen konnte, beitragen: „Ich möchte die Ängste und Hemmungen nehmen – die Sorge, etwas falsch zu machen im Umgang mit Menschen mit Behinderung“, so der Athlet, der sich selbst seit Jahren für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen einsetzt.